Anatomie 

Verzeichnis:

Katzen sind Raubtiere. Deshalb ist ihr Körperbau in hervorragender Weise auf diejenigen Umweltverhältnisse ausgerichtet, die sie in ihrem natürlichen Lebensraum vorfinden. Katzen können meisterhaft schleichen, springen und klettern. Dabei wirken sie geschmeidig und elastisch. All dies wird ihnen durch das harmonische Zusammenspiel von Skelett, Sehnen und Muskeln ermöglicht. Die Katzenpfoten entsprechen auch den kätzischen Erfordernissen. Die Tiere haben die Fähigkeit, sich sachte und leise fortzubewegen, aber auch kräftig zuzupacken und hohe Hindernisse zu erklimmen, wenn es notwendig ist. Ebenso ausgeprägt sind die Sinnesorgane der Katze. Sie kann ausgezeichnet hören und sehen. Ihre Augen passen sich den Lichtverhältnissen an und nehmen auch noch bei spärlichstem Licht Gegenstände wahr. Weiteres über Sinnesleistungen und Fähigkeiten der Katze in den anderen Rubriken.
 
Das Gebiss einer Katze ist Werkzeug und Waffe zugleich. Sie benutzt es hauptsächlich zur Nahrungsaufnahme - manchmal auch als Hilfsmittel zur Körperpflege. Die Katze besitzt das Gebiss eines Jägers: Die Eckzähne dienen zum Packen der Beute. Die Backenzähne zum Zerlegen größerer Brocken. Und die Schneidezähne zum Festhalten der Beute. Mit zwei Wochen schauen bereits die Milch-Eckzähne eines Kätzchens heraus, mit acht Wochen sind die Milchzähne dann voll entwickelt. Mit vier bis sechs Monaten erfolgt der Zahnwechsel und mit neun Monaten sind bereits alle Milchzähne durch das komplette Gebiss einer Erwachsenen Katze ersetzt. Das Gebiss der Katze bedarf keiner außergewöhnlichen Pflege - es wird einmal im Jahr beim Check-up vom Tierarzt untersucht. Eventuell wird bei dieser Gelegenheit Zahnstein entfernt, der sich bilden kann.

Kopfbereich
 

Ohr

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1. Gehörgang
2. Hammer, Amboss, Steigbügel
3. Trommelfell
4. Mittelohr
5. Eustasische Röhre
6. Hörnerv
7. Schnecke
8. Schneckengang
9. ovales Fenster
 

Nase

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1. Hypothalamus
2. Nasenhöhle
3. Maul
4. Zunge
5. Kanal
6. Gehirn
7. Riechkolben
8. Nasenschleimhaut
9. Jakobsonsche Organ

 

Auge

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1. Bindehaut
2. oberes Lid
3. Iris
4. Hornhaut
5. Linse
6. Kammerflüssigkeit
7. unteres Lid
8. Aufhängeapparat
9. Unterer Augenmuskel
10. Sehnerv
11. Glaskörper
12. Netzhaut
13. Gefäß
14. Lederhaut
 

Zunge
 

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1. Geschmacksknospen
2. Widerhäkchen
3. Geschmacksknospen

 

Krallen und Pfoten
 

Krallen und Pfoten sind für Katzen ausgesprochen wichtig. Bei den diversen Sprüngen, z.B. von Ast zu Ast, von Sims zu Sims, aufs Sofa oder beim Beutesprung, dienen die Pfoten als Stossdämpfer und Bremshilfe. Die Sohlenballen, mit kräftiger Hornhaut überzogen und gepolstert, verleihen der Katze außerdem den leisen Gang. Beim Klettern auf Bäume benutzt die Katze ihre Krallen als Steigeisen. Beim Gehen jedoch zieht sie sie ein, damit sie nicht abgewetzt werden. Damit die Krallen scharf bleiben, schärft die Katze sie regelmäßig an Bäumen oder ihrem Katzenbaum bzw. Kratzbrett.

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Lymphsystem der Katze
 

Neben dem Blutgefäßsystem durchzieht das Lymphgefäßsystem als weitverzweigtes Netz den Körper. Der Inhalt der Bahnen ist Lymphe, eine Flüssigkeit, die aus dem Körper stammt, bestimmte Filterstationen - die Lymphknoten - durchläuft und dann wieder dem Blut zugeführt wird. Befinden sich jetzt krankmachende Keime in dieser Lymphe, so können diese in den Lymphknoten ausgefiltert werden und führen hier zu Reaktionen, die als Umfangsvermehrungen der Lymphknoten sichtbar werden.
 

 Auf das Fell sind einige wesentliche Lymphknoten in ihrer Lage aufgezeichnet


1
1. Ohrspeicheldrüsenlymphknoten 2. Kehlgangslymphknoten 3. Oberflächliche Halslymphknoten 4. Achselhöhlenlymphknoten 5. Oberflächliche Leistenlymphknoten 6. Kniekehllymphknoten

Aktiver Bewegungsapparat - Skelettmuskulatur
 

 Die Bewegung der Gelenke erfolgt durch die Einwirkung der Muskeln. Jeder Muskel besitzt einen Ursprungsbereich, der oberhalb des Gelenkes liegt und einen Ansatz unterhalb des Gelenkes. Wird jetzt der Muskel durch Einen Nervenreiz veranlasst, sich zusammenzuziehen, so verkürzt er sich. Da zwischen Ursprung und Ansatz das Gelenk liegt, können die Knochen bei der Verkürzung des Muskels bewegt werden. Als wesentliche Wirkungsgruppe unterscheidet man zwischen den Muskeln nach ihrer Funktion: Beuger, Strecker und Dreher. Die Wirkungsweise eines Muskels hängt immer von der Lage seines Ursprungs und Ansatzes ab.

 

Darstellung der oberflächlich gelegenen Muskulatur


2

1. Oberlippenheber & Erweiterer des Nasenloches 2. Jochmuskel 3. Rückzieher des äußeren Augenwinkels 4. Heber des inneren Augenwinkels 5. Äußerer Kaumuskel 6. Lange Auswärtszieher des Ohres 7. Brustbein-Kopf-Muskel 8. Schulter-Hals-Muskel 9. Schlüsselbeinstreifen 10. Schlüsselbein-Oberarmmuskel 11. Schulter-Hals-Muskel 12. Trapezmuskel 13. Deltamuskel 14. Unterer Grätenmuskel 15. Dreiköpfiger Muskel 16. Breiter Rückenmuskel 17. Unterer gezahnter Muskel 18. Äußerer schiefer Bauchmuskel 19. Innerer schiefer Bauchmuskel 20. Oberarmmuskel 21. Tiefer Brustmuskel 22. Oberarm-Speichenmuskel 23. Äußerer Speichenmuskel 24. Gemeinsamer Zehenstrecker 25. Äußerer Ellenbogenmuskel 26. Tiefer Zehenbeugenmuskel 27. Äußerer Zehenstrecker 28. Runder Einwärtsdreher 29. Innerer Speichenmuskel 30. Oberflächlicher Zehenbeuger 31. Schneidermuskel 32. Spanner der Schenkelfaszie 33. Mittlerer Kruppenmuskel 34. Oberflächlicher Kruppenmuskel 35. Schwanz-Oberschenkelmuskel 36. Zweiköpfiger Oberschenkel-Muskel 37. Halbsehniger Muskel 38. Halbhäutiger Muskel 39. Wadenmuskel 40. Langer Wadenbeinmuskel 41. Langer Zehenstrecker 42. Vorderer Schienbeinmuskel 43. Tiefer Zehenbeuger

 

 Passiver Bewegungsapparat - Knochen und Gelenke
 

 Das tragfähige Skelettsystem gibt dem Katzenkörper seine Stabilität und schütz gleichzeitig empfindliche Organe wie Herz und Lunge im Brustkorb und das Gehirn im Kopf. Durch gelenkige Verbindungen der einzelnen Knochen untereinander ist überhaupt erst eine Fortbewegung möglich. Bei den Gelenken kann man einen Beugewinkel und einen Streckwinkel unterscheiden. Wird das Gelenk gebeugt, so werden die freien Enden der Knochen des Gelenkes einander genähert, wird es gestreckt, entfernen sich die Knochenenden voneinander. Zur Ausführung der Vielzahl der Bewegungsabläufe sind die einzelnen Gelenke sehr unterschiedlich gebaut und haben verschiedene Bewegungsradien.

 

Darstellung des Knochengerüstes / Skelett

3

1. Zwischenkieferbein 2. Oberkieferbein 3. Stirn 4. Hirnschädel 5. Jochbogen 6. Unterkiefer 7. Augenhöhle 8. Halswirbel 9. 6 von 7 ausgebildeten Halswirbeln 10. 2 Rippe 11. 13 Rippe 12. Brustbeinanfang 13. Brustbeinende 14. 1 Brustwirbel 15. Letzter Brustwirbel 16. 1 Lendenwirbel 17. 7 Lendenwirbel 18. Kreuzbein 19. Schwanzwirbel 20. Schulterblatt 21. Oberarm 22. Speiche 23. Elle (22. & 23. = Unterarm) 24. Vorderfußwurzel 25. Vordermittelfuß 26. Vorderzehen 27. Becken 28. Hüftgelenk 29. Oberschenkel 30. Kniescheibe 31. Schienbein 32. Wadenbein (31.&32. = Unterschenkel) 33. Hinterfußwurzel 34. Hintermittelfuß 35. Hinterzehen

 

Verdauungsorgane
 

Im Bereich der Maulhöhle befinden sich die kräftig ausgebildeten Zähne, von denen die Hakenzähne oder Fangzähne auffallen. Besondere Bedeutung für die Nahrungsaufnahme haben im Oberkiefer der P4 und im Unterkiefer der M1 als Reißzähne, mit denen die Katze die Nahrung abreißt. Diese Nahrung wird in der Maulhöhle eingespeichelt (Speicheldrüsen) und dann durch die Speiseröhre in den Magen transportiert, wo die Verdauung fortgesetzt wird. Die Nahrung wird im Dünndarm mit den Abschnitten: Zwölffingerdarm(12), Leerdarm und Hüftdarm weiter aufgespaltet, wobei Verdauungssäfte aus der Leber(10) und der Bauchspeicheldrüse helfen. Im Dickdarm mit den Abschnitten: Blinddarm, Grimmdarm und Enddarm(13) wird die Verdauung beendet und die nicht verdauten Reste zum Kot eingedickt.

 

Kopfspeicheldrüsen und Übersicht der Körperhöhlenorgane

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1. Ohrspeicheldrüse 2. Unterkieferdrüse 3. Unterzungendrüse 4. Oberkieferbackendrüse 5. Vorderer Lungenlappen 6. Mittlerer Lungenlappen 7. Hinterer Lungenlappen 8. Herz 9. Zwerchfell 10. Rechte Leberhälfte 11. Magen 12. Zwölffingerdarm 13. Enddarm 14. Netz 15. Niere 16. Harnleiter 17. Harnblase

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Herz und Kreislauf

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Das Herz ist die Pumpe des Körpers, die für den Bluttransport sorgt. Über die Venen gelangt das sauerstoffarme, verbrauchte Blut zur rechten Herzhälfte und wird von hier zur Lunge gepumpt. Die Lunge versorgt das Blut mit Sauerstoff, der für alle Vorgänge im Körper von Bedeutung ist. Von der Lunge gelangt das Blut zurück ins Herz, in dessen linke Hälfte und wird jetzt durch das Herz in die Hauptschlagader(3) gepumpt, von wo aus es sich über die Arterien und Kapillaren im Körper verteilt und über die Venen zur rechten Herzhälfte zurückfließt.
 

Übersicht der Körperhöhlenorgane unter besonderer Berücksichtigung der Lage des Herzens

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1. Luftröhre 2. Herz 3. Hauptschlagader 4. Speiseröhre 5. Zwergfell 6. Leber 7. Magen 8. Milz 9. Netz 10. Niere 11. Harnleiter 12. Harnblase 13. Enddarm
 

Luftwege

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Die Atemluft gelangt durch die Nase in die Lunge. In der Nase wird die Luft angewärmt und angefeuchtet. Diese Anfeuchtung ist für die Sättigung der Luft in der Nase mit Wasserdampf und das Verdunsten der Produkte der Drüsen in der Nase von Bedeutung. Hierdurch wird das Riechen wesentlich unterstützt. Die so präparierte Luft gelangt durch den Kehlkopf und Kreuzung des Verdauungsweges in die Luftröhre und von hier in die Bronchien. Diese verzweigen sich vielfach in den Lungen bis zu feinsten Bläschen, durch deren Wand hindurch der Austausch des mit der Luft eingeströmten Sauerstoffes und des aus dem Blut stammenden Kohlendioxids erfolgt. Dieses Gas wird bei der Ausatmung in die Umwelt abgegeben. Die Luft kann auch über die Maulhöhle aufgenommen werden, was aber nur bei starker Belastung erfolgt.
 

  Körperhöhlenorgane unter besonderer Berücksichtigung der Atemwege

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1. Nasenhöhle 2. Atmungsrachen 3. Luftröhre 4. Vorderer Lungenlappen 5. Mittlerer Lungenlappen 6. Hinterer Lungenlappen 7. Speiseröhre 8. Zwergfell 9. Leber 10. Magen 11. Magenausgang 12. Zwölffingerdarm 13. Dünndarm 14. Enddarm 15. Niere 16. Harnleiter 17. Harnblase 18. Eierstock 19. Gebärmutter
 

Zwerchfell

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Das Zwerchfell ist ein Muskel und trennt den Brustkorb mit Herz und Lunge vom unteren Bauchbereich. es besteht aus dem gabelförmigen, aber dünnen Zwerchfellspiegel und umgrenzendem muskulösem Gewebe, das von einer Vene durchdrungen wird. Da bei der Ausatmung das Zwerchfell erschlafft, drängen die Eingeweide in den Brustbereich und engen die Lunge ein. Erst bei der Ausatmung erweitert sich die Lunge, da das Zwerchfell durch die Muskelanspannung sich abflacht und damit wieder sich in Richtung Bauchhöhle wandert. Wenn das Zwerchfell der Katzen gerissen oder gebrochen sein sollte, wandern die Organe aus der Bauchhöhle in die Brusthöhle und drücken auf Herz und Lunge. Kurzatmigkeit, Atemschwierigkeiten, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Störungen, Gewichtsverlust oder allgemeines Unwohlsein sind sichtbare Zeichen. Manche Katzen, besonders jene, die mit diesem Defekt geboren werden, zeigen nur wenige Anzeichen. Sie wachsen und leben mit dem Defekt und lernen, ihn zu kompensieren.
 

Männliche Geschlechtsorgane

Man unterscheidet hier: die zwei Keimdrüsen-Hoden(17), die die Samenzellen bilden-, die zwei Nebenhoden(17), die die Samenzellen speichern, die zwei Samenleiter(18), durch die die Samenzellen transportiert werden, und die Vorsteherdrüse(19), die zu dem Samen noch bestimmte Sekrete dazu gibt. Durch die Harnröhre, in die die Samenleiter münden, wird der Samen beim Deckakt in die Gebärmutter abgegeben. Das Glied des Katers(20) ist nach hinten gerichtet.
 

Körperhöhlenorgane unter besonderer Berücksichtigung der männlichen Geschlechtsorgan

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1. Maulhöhle 2. Zunge 3. Schlingrachen 4. Speiseröhre 5. Zwerchfell 6. Leber 7. Magen 8. Milz 9. Dünndarm 10. Enddarm 11. Luftröhre 12. Herz 13. Hauptschlagader 14. Niere 15. Harnleiter 16. Harnblase 17. Hoden und Nebenhoden 18. Samenleiter 19. Vorsteherdrüse 20. Glied

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Harnsystem mit männlichen Geschlecht

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1. Blase
2. Hoden
3. Penis
4. Harnleiter
5. Harnröhre

 

Weibliche Geschlechtsorgane

 

Diese gliedern sich von vorn nach hinten in zwei Eierstöcke(14), zwei Eileiter, die Gebärmutter(15) mit ihren beiden Hörnern und dem kurzen Körper, den Gebärmuttermund sowie die Scheide(17) und den Scheidenvorhof. Beim Deckakt liegt das Glied in der Scheide und der Samen wird in die Gebärmutter abgegeben. Am Eierstock sind zu dieser Zeit Eizellen frei geworden, die in den Eileiter fallen. Hier treffen sie auf die aktiv vorwärts wandernden Samenfäden und es kommt zur Befruchtung. Die befruchteten Eizellen gelangen in die Gebärmutter, wo sie sich festsetzen und zu geburtsreifen Katzen entwickeln.

Körperhöhlenorgane unter besonderer Berücksichtigung der weiblichen Geschlechtsorgane

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1. Herz 2. Hintere Hohlvene 3. Vordere Hohlvene 4. Unpaare Vene 5. Hauptschlagader 6. Zwerchfell 7. Leber 8. Magen eröffnet 9. Zwölffingerdarm 10. Dünndarm 11. Niere 12. Harnleiter 13. Harnblase 14. Eierstock 15. Gebärmutter z.T. eröffnet 16. Frucht in der Gebärmutter 17. Scheide

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Schädel

 

schaedelw0okl Katzen haben im Gegensatz zu anderen Tieren einen kurzen, nach vorne
 gerundeten Schädel. obere Teil des Schädels (Gesichtsschädel) unsere
 Katzen setzt sich aus der Schädelhöhle, dem Stirnbein, dem Scheitelbein,
 dem Schläfenbein, dem Jochbein dem Nasenbein und den Oberkieferknochen
 zusammen. Das Stirnbein grenzt an das Scheitelbein. Vom Stirnbein setzt
 sich das Nasenbein, welches am Oberkiefer endet. Der Oberkiefer besteht
 aus einem paarigen Hohlknochen. Die Oberkieferbeine bestehen aus einem
 mittleren, hohlen Teil mit einer Verbindung zur Nasenhöhle. Das Jochbein ist
 deutlich seitlich ausgeprägt. Die Augen ruhen in den Augenhöhlen. Der
 Unterkiefer ist durch ein Gelenk mit dem Hirnschädel verbunden. Er besteht
aus dem Unterkieferkörper, den Zahnfächern und dem Unterkieferrast mit Gelenk- und Muskelfortsatz auf beiden Seiten.
Um die Beute festzuhalten und zu zerteilen, hat unsere Samtpfote ein Raubtiergebiss mit langen Eckzähnen, Reißzähne oder Fangzähnen und kräftige vordere Backenzähne. Im sitzen Kiefer insgesamt 30 Zähne (16 oben und 14 unten). Der Unterkiefer hat einen Backenzahn weniger. Allerdings hat eine Katze als Fleischfresser weniger Zähne als wir. Das Gebiss der Katze ist auf das Zerteilen der Beute ausgerichtet und da die Katze ihren Unterkiefer kaum hin und her bewegen kann, muss sie beim Kauen den Kopf mal nach links und mal nach rechts drehen. Sie kann das Fleisch also nicht zermalmen, sondern nur zerkleinern und schlucken. Zur Unterstützung hat hier eine starke Kaumuskulatur. So wird das Gebiss einer Katze zu einem effektiven Werkzeug und ist gleichzeitig eine Waffe.

Zähne

Das vollständige Gebiss eines gesunden erwachsenen Tiers besteht aus 30 Zähnen, 16 Zähne
im Ober- und 14 Zähne im Unterkiefer. Welpen haben nur 26 Milchzähne. Im Alter von etwa zwei
Wochen brechen die ersten Milchzähne eines Kätzchens durch und mit acht Wochen ist das
Welpengebiss dann vorhanden. Mit vier bis sechs Monaten erfolgt der Zahnwechsel und mit
neun Monaten ist das Gebiss einer erwachsenen Katze vollkommen entwickelt.

Die vier dolchartigen Reißzähne (2) sind die gefährlichste Waffe einer Katze, mit ihnen fängt und
tötet sie ihre Beute. Die kräftigen Backenzähne (3) zermalmen das Futter anschließend zu
verdauungsfähigen Stückchen. Auch kleinere Knochen werden zermalmt. Da gekochte
Hühnerknochen leicht splittern, geben Sie bitte kein gegartes Huhn mit Knochen, nur bei rohem Huhn können die Knochen dabei bleiben. Die winzigen Schneidezähne (1) im Ober- und Unterkiefer benutzt eine Katze nur um Fleischreste vom Knochen abzuschaben oder zur Fellpflege. Mit Geschick angelt sie sogar Flöhe aus ihrem Fell. Zwischen Reiß- und Backenzähnen befindet sich im Unterkiefer links und rechts eine Zahnlücke und der letzte verkümmerte Backenzahn.

Das Gebiss der Katze bedarf keiner außergewöhnlichen Pflege - es sollte aber einmal im Jahr beim Check-up vom Tierarzt untersucht werden. Eventuell wird bei dieser Gelegenheit Zahnstein entfernt, der sich bilden kann. Durch Zahnstein kann eine Katze ihre Zähne verlieren. Ein gesundes Gebiss ist weiß und das Zahnfleisch rosa; ein mit Zahnstein überzogenes Gebiss ist grau bis braun verfärbt. Eine Katze mit Zahnerkrankungen riecht nicht nur aus dem Maul, sondern in der Folge kann sie auch ernsthaft (z.B. Nieren) erkranken.
 

Die Zahnformel des Milchgebisses bezogen auf die Kieferhälfte

 

Oben

3P

1C

3 I

Unten

2P

1C

3 I


Die Zahnformel einer Erwachsenen Katze bezogen auf die Kieferhälfte


Oben

1M

3P

1C

3 I

Unten

1M

2P

1C

3 I


Die Bedeutung: M = Molare (Backenzähne) P = Prämolare (Vorderbackenzähne) C = Canini (Reißzähne) I = Incisivi (Schneidezähne)

 

Die Wirbelsäule

 

wirbelsaeuledopyl Die Wirbelsäule der Katze besteht aus unterschiedlichen
 Wirbeln: 7 Halswirbel, 13 Brustwirbel, 7 Lendenwirbel, die
 von vorne nach hinten an Breite zunehmen,
 3 Kreuzbeinwirbel und 20-23 Schwanzwirbel. Da die
 Rückenwirbel sehr elastisch miteinander verbunden (im
 Gegensatz z.B. beim Menschen) sind, dadurch ist das
 Rückgrat sehr beweglich. Nur die Kreuzbeinwirbel sind starr
 verbunden und damit keine Bewegung zulassen. Das
 Schlüsselbein ist verkümmert und in der Muskulatur
 eingebettet, so dass das Schultergelenk trotzdem einen
 festen Halt hat. Die Halswirbel sind besonders gut drehbar
 und da zusätzlich zwischen dem ersten und zweiten
 Halswirbel ein Gelenk ist, kann eine Katze ihren Kopf nach
 allen Seiten, auch rückwärts gut drehen.
Die hohen Dornfortsätze der Halswirbel garantieren die gute Befestigung für eine kräftige Muskulatur. Eine Voraussetzung für die Sprungkraft, das gute Klettervermögen und auch das die Katze beim Fallen auf die Füße landet, ist die Drehfähigkeit der
Lendenwirbel. Die Beweglichkeit der Schwanzwirbel zeigt nicht nur die aktuelle Stimmung Ihres Vierbeiners, sondern hilft auch beim Sprung, Laufen und Fallen als "Balancegerät".

Brustkorb

Der Brustkorb (Thorax) einer Katze setzt aus Brustwirbel, an denen die Rippen brustkorb6po49
(13 Stück) befestigt sind und dem Brustbein (Sternum) zusammen. Das Brustbein
besteht aus mehreren kleinen Knochen, die durch Knorpel verbunden sind. Mit
zunehmendem Alter verhärten diese Knorpelstückchen allerdings und bilden damit eine
Einheit. Die Schulterblätter der Katze sind dünne, flache Knochen und an den vorderen,
schmalen Teilen befinden sich die Pfannen der Schultergelenke. Die Schulterblätter
liegen lose seitlich am oberen Teil des Brustkorbs an und werden lediglich durch
Muskeln und Bänder gehalten. Dadurch kann sich eine Katze nicht nur durch engste
Ritzen zwängen, sondern auch mühelos auf einem schmalen Sims laufen. Diese
Konstruktion hat den Vorteil, dass Kopf und Wirbelsäule unbeweglich bleiben, aber
Schulterblätter und Beine fast den Boden berühren, um fast den Erdboden berührend, sich an eine Beute anschleichen zu können. Auch beim Laufen bewegen sich die Schulterblätter gleichzeitig mit den Oberarmbeinen.

Das Becken

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 Das Becken der Katzen ist äußerst schlank ausgebildet und besteht aus den beiden
 Hüftbeinen. Die beiden Hüftbeine bilden zusammen mit dem Darmbein, Scharmbein und
 Sitzbein den Beckengürtel. Die Kreuzbeinwirbel und der erste Schwanzwirbel begrenzen die
 Beckenhöhle. Die feste Verbindung des Beckens mit den Kreuzbeinwirbeln ist ideal zum
 Schleichen, bei Stürzen und um bei Sprüngen abzufedern. In der halbkugelförmigen
 Beckenpfanne liegen die Oberschenkel. Die gesamte Anordnung der Beckengliedmaße
 trägt und unterstützt den Katzenkörper beim Laufen und Springen und liefert mit den freien
 Gliedmaßen, die nötige Kraftübertragung.becken3i5oxy















Vorderlauf

 

vorlauf2jkpou Der halbkugelförmige Gelenkkopf des Oberarmbeins lagert in der Gelenkpfanne des
 Schulterblattes und ist zum restlichen Knochen leicht verdreht ist. Es bildet die knöcherne
 Grundlage des Oberarms. Das Oberarmbein ist ein Röhrchenknochen, dessen
 Gelenkende mit glasartigem Knorpel überzogen ist. Der Oberarmknochen endet mit
 einem rollenförmigen Gelenk, das in der Einbuchtung der Elle eingebettet ist und auf der
 Gelenkfläche der Speiche aufliegt. Diese Gelenkform nennt man Ellenbogen. Speiche und
 Elle, auch Unterarmbein genannt, sind etwa gleich stark, sind nur durch einen kleinen
 Zwischenraum getrennt und enden rollenförmig. Es folgen mehrere Karpalknochen, die
 nebeneinander zweireihig angeordnet sind, unter anderem das seitlich herausragende
 Erbsenbein. Dann die unterschiedlich langen Voderfußknochen (vergleichen Sie Ihre
 Handfläche) und Zehenknochen mit den Krallenbeinen. Der gesamte Aufbau des
 Vorderlaufes in Verbindung mit dem Schultergelenk hilft der Katze, Stöße zu dämpfen und
 abzufangen.






 

Hinterlauf

 

hinlauf1v5p4z Der Oberschenkel, der einen abgewickelten Gelenkkopf hat, sitzt in der Beckenpfanne.
 Damit der Unterschenkel im Oberschenkel gleiten kann, ist er am Ende mit einem
 Rollkamm und einer Rollfuge ausgebildet. Der Unterschenkel hingegen ist durch ein
 Kniegelenk und einer tropfenförmigen Kniescheibe mit dem parallel verlaufenden
 Schienbein und Wadenbein (Unterschenkel) verbunden. Das Schienbein ist am oberen
 Ende verdickt, so dass das Wadenbein anliegen kann und zusätzlich ist eine Auskehlung
 vorhanden, damit die Kniescheibe geführt wird. Der Hinterfuß unserer Katze besteht aus
 dem Tarsalknochen, dem Sprungbein und dem Fersenbein. Der Tarsalknochen setzt sich
 aus drei Reihen zusammen. Wie eine Gelenkrolle funktioniert das Sprungbein. Das
 Fersenbein ragt aus dem Hinterlauf deutlich heraus und bildet damit die Vorstufe zur Ferse.








 

 

Pfoten

pfote41qrd Eine Katze besitzt 7 Vorderfußwurzelknochen, die das sehr bewegliche und drehbare
 Fußgelenk bilden. Direkt an den Fußwurzelknochen sitzen 5 Mittelhandknochen oder
 Vordermittelfußknochen, an die sich 5 Zehenknochen der Vorderhand oder des
 Vorderpfoten anschließen.
 Ihre Pfoten setzen Katzen nicht nur zum Klettern ein, sondern auch wirksam zum
 Greifen, Zuschlagen und zur Körperpflege. Vielleicht haben Sie schon einmal
 beobachtet, dass Ihr Liebling diese wie ein Löffel zum Trinken oder Fressen benutzt.
 Wenn sich Katzen vorwärts bewegen, treten sie nicht mit der ganzen Pfote auf, sondern     nur mit den Zehenspitzen und gehören damit zu der Gruppe der Zehengänger.
Den typischen geschmeidigen Gang nennt man auch Schleichgang. Das Fell geht bis zu den Ballen, je nach Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt. Die spitzen und sichelförmigen Krallen liegen in Krallenscheiden verborgen und schnellen nur bei Bedarf hervor. Sie sind eine Kletterhilfe und eine wirksame Waffe zur Verteidigung und der Jagd. Unsere Samtpfote läuft, sprintet und landet nur auf den Zehenspitzen, im Gegensatz zu anderen Lauftieren. So kann hier nicht das gesamte Gewicht auf vielen Knochen sich verteilen. Damit sie einer solchen Belastung standhalten können, halten Gewebebänder die Knochen fest zusammen und lassen nur eine geringe Seitenbeweglichkeit in den Fußgelenken zu.kralle2rgpjj

Nur mit den Vorderpfoten, an denen sich Duftdrüsen zum Markieren des Reviers befinden,
schärft und wetzt sie die Krallen. Wir finden dann die alten und ausgedienten Krallenhüllen.
Um die hinteren Krallen auf Vordermann zu bringen, setzt sie ihre Zähne ein. Die
Vorderpfoten haben 5 Zehen, vier an der Pfote und der kürzere Daumen ist weiter oberhalb
angeordnet. An den hinteren Pfoten sind 4 große Zehen, die fünfte ist verkümmert.kralle1dir0a

Der Aufbau der Gliedmaßen der Menschen ähnelt denen der Katze, nur sind die
Längenverhältnisse umgekehrt. So sind die Oberarmbeine und Oberschenkel kürzer, dafür
werden die Beine über Mittelfußknochen, Fußknochen bis zu den Zehen immer länger. So
erreicht unser Vierbeiner die hohen Geschwindigkeiten. Damit sie den großen
Beanspruchung standhalten können werden die Knochen von Gewebebänder fest
zusammenhalten. Gleichzeitig ergibt sich daraus eine nur geringe Seitenbeweglichkeit in den Fußgelenken.

Krallen und Pfoten sind für Katzen ausgesprochen wichtig. Bei den diversen Sprüngen, z.B. von Ast zu Ast, von Sims zu Sims, aufs Sofa oder beim Beutesprung, dienen die Pfoten als Stossdämpfer und Bremshilfe. Die Sohlenballen, mit kräftiger Hornhaut überzogen und gepolstert, verleihen der Katze außerdem den leisen Gang. Beim Klettern auf Bäume benutzt die Katze ihre Krallen als Steigeisen. Beim Gehen jedoch zieht sie sie ein, damit sie nicht abgewetzt werden. Damit die Krallen scharf bleiben, schärft die Katze sie regelmäßig an Bäumen oder ihrem Katzenbaum bzw. Kratzbrett.
Die Pfote besteht aus dem Karpalballen, dem Ballen der Daumenkralle sowie der herzförmigen Sohlen- und den vier Zehenballen. Die Pigmentierung der Ballen kann unterschiedlich ausfallen.

Das Karpalorgan

Ein Tastkörperchen, das beim Klettern bedeutsam ist. Wie in den Zehen- und Sohlenballen befinden sich auch in der Haut der Karpalballen zahlreiche Schweißdrüsen (deren Sekret unter anderem als Duftsignal dient), außerdem Druckrezeptoren, die Pacinikörperchen. Doch die Karpalballen, die ja nur an den Vorderläufen vorkommen, zeigen auch eine Besonderheit: Rund drei Zentimeter über ihnen nämlich entspringen drei bis sechs meist pigmentlose extrem berührungsempfindliche so genannte Sinushaare. Sie sind den Schnurrhaaren (Vibrissen) der Katze vergleichbar und fungieren als zusätzliche Schwingungsrezeptoren. Man nennt sie deshalb auch Karpalvibrissen. Neben den Haarbälgen dieser ziemlich steifen Haare befinden sich zudem einige Duftdrüsen, deren Sekret insbesondere beim Klettern auf dem Untergrund verteilt wird. Karpalvibrissen und Haarbälgen bilden zusammen das Karpalorgan, ein Organ, das vornehmlich beim Klettern seine Wirkung entfaltet.
 

Fußballen

Ballen

Je nach Rasse ist die Farbe und Größe der Ballen unterschiedlich,  aber sie dienen als Stoßdämpfer bei Sprüngen, als Bremse, um schnell die Laufrichtung zu ändern und schützen vor Verletzungen, wenn die Katze  durch dorniges oder steiniges Unterholz streift. Auch sorgen die Ballen  mit der dicken Haut dafür, dass die Fußwurzelknochen nicht verletzt  werden. Die Vorderpfoten haben fünf und die Hinterpfoten vier Fußballen. Ungeklärt ist die Funktion des einzelnen Fußballens, der nur an den  Vorderpfoten oberhalb der übrigen Fußballen sitzt und den Boden nicht  berührt. Für die normale Fortbewegung ist dieser Extraballen eigentlich  ohne Bedeutung. 

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