FIP

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FIP ist die Abkürzung für "Feline Infektiöse Peritonitis" (ansteckende Bauchfellentzündung). Diese Krankheit wird durch ein Coronavirus übertragen. Katzen sind sehr anfällig auf dieses Virus, selbst vom Schwein ( TGEV) und vom Kaninchen (CCV) können sie von Viren angesteckt werden. Diese Krankheit hat nichts mit Aids (HIV) , das von einem Retrovirus übertragen wird, gemeinsam. Die mit HIV verwandte Katzenkrankheit wird im nächsten Abschnitt behandelt.

 

Was weiß man über diese Krankheit?

Schon recht viel. Trotzdem ist sie ein Thema bemerkenswerter Kontroversen und Verwirrung. Dies hat damit zu tun, dass die Krankheit in ihrem Verlauf sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder zeigen und überdies von Fall zu Fall variieren kann.

 

Wie zeigt sich die Krankheit ?

Man unterscheidet bei dieser Krankheit zwei Verläufe; den nassen und den trockenen. Häufig ist die nasse Form , bei der der Krankheitsverlauf beschleunigt ist. Typisch ist dabei eine Zunahme des Bauchumfangs. Die trockene Form kommt immer öfter vor. Dabei werden nur minimale Flüssigkeitsmengen gebildet. Der Krankheitsverlauf ist sehr verzögert, was eine Diagnose ebenfalls erschwert. Ferner leiden die Katzen bei beiden Formen unter schwankendem Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht. Sie werden lethargisch, d.h. antriebslos, liegen oft herum und schlafen viel. Später kommen Anorexie (Magersucht) und Gewichtsverlust dazu.

 

Besteht ein Ansteckungsrisiko für meine Katze ?

Falls Ihre Katze Freilauf hat und regelmäßig Kontakt mit anderen Artgenossen hat, ja! Die kleinsten Risikogruppen sind reine Wohnungskatzen in Einzelhaltung. Aber auch diese Katzen können am FIPV (FIP-Virus) erkranken. Bei beiden Geschlechtern ist die Krankheit gleich häufig anzutreffen. Allerdings scheint FIP alters abhängig zu sein. Die meisten kranken Katzen finden sich im Alter zwischen 6 - 12 Monaten. Dann flaut die Häufigkeit ab, hat ihren Tiefpunkt bei Katzen etwas über 5 Jahren und nimmt dann bei Katzen über 13 Jahren wieder zu. Die Forschungen sind auf diesem Gebiet noch lange nicht abgeschlossen. Wahrscheinlich sind junge Katzen anfälliger, da ihr Immunsystem noch nicht stark genug ist. Bei alten Katzen lassen die Abwehrkräfte gegen eine Erkrankung nach.

 

Wie wird die Krankheit übertragen ?

In den Ausscheidungen und Sekreten (Körperflüssigkeiten) der Katzen befinden sich die Viren. Selbst wenn die Krankheit bei der betreffenden Katze noch nicht ausgebrochen ist, kann sie ansteckend sein ! Die Viren überleben bei Raumtemperatur in trockener Umgebung zwei Monate, bei idealen Bedingungen (feuchtwarm) sogar mehrere Monate ! Schon 24 Stunden nach einer Ansteckung tritt das Virus in den Tonsillen (Mandeln) und im Dünndarm auf. Im späteren Verlauf der Krankheit breitet es sich auf alle Organe aus. Wohl bildet die Katze im Blut Antikörper, aber paradoxerweise besiegt sie damit nicht die Krankheit. Die Antikörper schützen sie nicht vor dem Tod - im Gegenteil: Nur solche Katzen sterben an FIP, die im Blut schon Antikörper gebildet haben.

 

 Gibt es einen Test ?

Es gibt zwar Tests, in denen Antikörper im Blut nachgewiesen werden können. Aber es kann dabei nicht unterschieden werden, gegen welche Krankheit die Katze Antikörper herausgebildet hat. Auf keinen Fall sollte man seine Katze nur auf Grund eines Bluttestes einschläfern lassen, wenn sie sonst fieberfrei und wohlauf ist.

 

 Was hilft der Katze gegen die Krankheit ?

Ein möglichst starkes Abwehrsystem. Katzen mit einem sehr erfolgreichen Immunsystem entwickeln die Krankheit nicht aktiv. Das heisst also, dass die Krankheit bei ihnen nicht ausbricht. Trotzdem können sie Träger der Krankheit sein. Obwohl experimentell noch nicht bewiesen, wird vermutet, dass diese Trägerkatzen von Zeit zu Zeit infektiöse Viren ausstossen ! Somit können sie für andere Katzen eine Ansteckungsquelle darstellen.

 

Wo tritt die Krankheit am häufigsten auf ?

Am stärksten betroffen sind Katzen aus Katzenheimen und Zuchten, also immer dort, wo viele Katzen auf kleinem Raum zusammenleben. Durch strenge Hygienevorschriften kann man die Krankheit eindämmen, aber nicht ganz ausschliessen. Die Möglichkeit, dass sich in den Ausscheidungen der vielen Katzen FIP-Viren befinden, ist viel grösser als in einem Haushalt mit wenigen Katzen. Und die Jungtiere sind von klein auf diesen Viren ausgesetzt und können sich infizieren. Weitere Risikofaktoren sind Stress, Überpopulation, Parasiten und sogenannte "Konkurrenz-Krankheiten", speziell solche, die das Immunsystem schwächen und die Katze anfällig auf FIPV machen. Es gibt daher insofern einen Zusammenhang zwischen der Leukämie (FelV) und FIP, als an Leukämie erkrankte Katzen nicht mehr genügend Abwehrkräfte haben, um FIPV erfolgreich abzuwehren. Eine neuere Untersuchung zeigt aber, dass in FIP-verseuchten Katzenpopulationen die Leukämie nicht häufiger auftritt.

 

Kann man FIP heilen ?

Im Moment sind leider keine erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten vorhanden. Man kann den Krankheitsverlauf jedoch mit Medikamenten verzögern. Aber damit verlängert man nur die Leidenszeit der Katze. Die Krankheit verläuft also immer über kurze oder lange Zeit tödlich. Und die Viren, die von der erkrankten Katze ausgeschieden wurden, bleiben noch monatelang in der Umgebung haften.

 

Was bedeutet das für den Katzenhalter, dessen Katze an FIP gestorben ist ?

Man muss die Wohnung mindestens 2 Monate "katzenfrei" halten. Auch sollte man alles , was wegwerfbar ist, entsorgen. Dies betrifft insbesondere Fress- und Trinknäpfe, Katzentoilette und Katzenbettchen, falls vorhanden. Wenn man etwas nicht wegwerfen will oder kann, sollte man es möglichst heiss mit Seife waschen und desinfizieren. Im Fachgeschäft erhalten Sie Desinfektionsmittel.

 

Kann man gegen FIP vorbeugend etwas tun?

Ob es eine sichere Schutzimpfung gegen FIP gibt, ist nach wie vor umstritten. Am ehesten kann man gesunde Katzen vor einer Ansteckung bewahren. Der Impfstoff Primucell FIP hat sich am besten bewährt. Katzen unter 16 Wochen können noch nicht wirksam geimpft werden, da ihr Immunsystem noch nicht genügend ausgebildet ist. Ihr Tierarzt wird Ihnen nähere Auskunft geben.

Dieser Text wurde zusammengestellt von Katja Zuniga, Juni 1996.
 

 Verwendete Quellen:

Alice M. Wolf, FELINE INFECTIOUS PERITONITIS, 1995

Erin Rebecca Miller, Feline Infectious Peritonitis FAQ, 1995

Quelle: www.cato.ch

FIP wurde erst in den sechziger Jahren entdeckt. Der Erreger gehört zu einer Gruppe von Viren, deren andere Vertreter sonst hauptsächlich für Durchfälle verantwortlich sind. Das FIPVirus jedoch greift das Immunsystem des Körpers an und führt dadurch schnell zum Tod. Die Krankheit beginnt mit Fieber, Mattigkeit und Bewegungsunlust und äußert sich im weiteren Verlauf in zwei Formen:

- die sogenannte feuchte Form In diesem Fall füllt sich die Bauchhöhle mit Flüssigkeit, der Bauchumfang nimmt zu, die Katze insgesamt magert jedoch ab.

- die trockene Form Dieser Fall ist schwieriger zu erkennen, man beobachtet Fieberschübe, Nickhautvorfälle, Veränderungen der Hornhaut und der Netzhaut im Auge sowie Störungen des Nervensystems (Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Krämpfe)

Innere Organe, wie Leber, Niere und Milz sind entzündet, was Knötchen auf den Organen verursacht, welche der Tierarzt manchmal sogar durch die Bauchdecke ertasten kann.

Das Virus wird über Mund und Nase aufgenommen und gelangt über diesen Weg in die Oberflächen-Zellen der oberen Atemwege und der Darmwand. Hier befällt es die nahegelegenen Lymphknoten und wird mit Hilfe der Immunzellen in die verschiedensten Organe verteilt (z.B.: Leber, Niere, Milz, Scheide), Das Virus wird mit Speichel (und Kot) ausgeschieden. Es wird im Blut zwar von Antikörpern angegriffen, wenn jedoch die "Freßzellen" diesen Virus-Antikörper-Komplex aufnehmen, können sie das Virus nicht wie andere Erreger abtöten und auflösen. Warum das so ist, blieb bisher ungeklärt. Auch hier gibt es Tiere, die ohne Krankheitsanzeichen das Virus in sich tragen.

Am häufigsten kommt die FIP bei Tieren zwischen 6 Monaten und 2 Jahren vor, bei Rassekatzen wurde sie häufiger diagnostiziert (vielleicht aber auch nur, weil diese im Vergleich zu "streunenden" Hauskatzen öfter zum Tierarzt gebracht werden und häufiger in Zuchten leben).

Der sogenannte FIP-Test kann lediglich bei kranken Tieren die Diagnose bestätigen, andere Anhaltspunkte, wie z.B. die Vorgeschichte der Katze, Laborwerte und die Krankheitserscheinungen müssen ebenfalls zur Beurteilung herangezogen werden. Bei gesunden Tieren hat er wenig Aussagekraft.

Der FIP-Test weist den Coronavirus nach. Es wird ein sogenannter Titer bestimmt. Ein Titer von 200 besagt, daß der Test noch bei einer Verdünnung des Blutes von 1:200 anspricht. Der Coronavirus ist aber auch für eine Durchfallerkrankung verantwortlich, die nicht so gefährlich ist.

Da jede Katze durchschnittlich einmal in ihrem Leben mit dem Coronavirus in Berührung kommt, haben viele Tiere einen Titer. Man sagt, das bei der Haltung von mehreren Katzen ein Titer von 400 noch normal sei.

Je nachdem wie das Abwehrsystem der Katzen den Coronavirus bekämpft, entscheidet sich ob eine Durchfallerkrankung oder FIP hervorgerufen wird.

Ein Impfung gegen FIP ist möglich und empfehlenswert ( Sicherheit ca. 85% ). Im Falle eines Neuerwerbs eines Tieres sollte man, um sicher zu gehen, eine Titerbestimmung machen lassen, wobei eigentlich nur die Aussage "kein Titer" ein sicheres Ergebnis darstellt.

Bei begründetem Verdacht kann man einen FIP Screening Test machen lassen, dei dem 5 typische Blutwerte untersucht werden. Eine Veränderung dieser Blutwerte entsteht allerdings erst, wenn die Krankheit ausbricht.

Quelle: Internet

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), eine unberechenbare Erkrankung ?

von Dr. med.vet. Katja Baier, Düsseldorf
 

Das klinische Bild der Felinen Infektiösen Peritonitis wurde bereits in den vierziger Jahren beschrieben. Erst in den siebziger Jahren erkannte man, daß es sich um eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit handelte. Damals noch äußerst selten, weil sowohl Tierarzt als auch Halter und Züchter unbekannt, gibt es heute nur noch wenige Menschen, die sich intensiver mit Katzen beschäftigen, die nicht schon einmal von "FIP" gehört haben. Dennoch gibt es bei kaum einer anderen Erkrankung der Katze so häufig Mißverständnisse bei Züchter, Halter und auch Tierarzt. Mißverständnisse, die sowohl das sehr variable Erscheinungsbild, als auch die Diagnose, die vorbeugenden Maßnahmen und nicht zuletzt die Prognose betreffen. Bis heute ist die Erkrankung nicht heilbar. Die FIP ist Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen, die sich noch längst nicht im Abschluß befinden. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden ein wenig tiefgreifender auf die Erkrankung einzugehen und ihre Problematik zu erläutern.

Der Erreger der FIP ist ein Virus, das zur Gruppe der Coronaviren gehört. Viele Tierarten sind neben der Katze für Coronaviren empfänglich. FIP wurde beispielsweise bei Löwen, Pumas, Leoparden, Jaguaren, Luchsen und anderen Katzenartigen nachgewiesen. Das Schwein erkrankt durch ein Coronavirus an einer ansteckenden Magen-/ Darmentzündung. Hühner leiden an infektiöser Bronchitis. Selbst beim Menschen ist ein Schnupfenvirus mit dem FIP Virus nahe verwandt. Bei der Katze ruft das Feline Enterale Coronavirus (im Folgenden abgekürzt FECV), welches labordiagnostisch nicht vom FIP Virus zu unterscheiden ist, eine meist milde Durchfallerkrankung hervor. Bis auf das FIP Virus vermehren sich die Coronaviren in den Schleimhäuten des Magen-Darm-Kanals und des Atemwegstraktes und führen hier nur zu örtlichen Entzündungen. Das FIP Virus indes kann sich nicht nur hier vermehren, sondern besitzt darüberhinaus die Fähigkeit in bestimmte Zellen des Organismus, nämlich die sogenannten Makrophagen, einzudringen. Mit Hilfe dieser Zellen kann sich das FIP Virus im gesamten Organismus ausbreiten.

Das eigentliche klinische Erscheinungsbild der FIP Erkrankung hat viele verschiedene Gesichter. Der Besitzer sucht zunächst den Tierarzt auf, weil er bei seinem Tier Freßunlust und Gewichtsabnahme, Müdigkeit und häufig wiederkehrende Temperaturerhöhungen beobachtet. In manchen Fällen wird das Tier auch nur vorgestellt, weil eine Augenveränderung entdeckt wird.

 

Grob unterteilt man die FIP in zwei Formen.

Die "feuchte" oder auch "exsudative" FIP kennzeichnet eine erhebliche Umfangsvermehrung des Bauchraumes. Die vom Tierarzt durchgeführte Punktion mit einer Nadel ergibt ein bernsteinfarbenes, fadenziehendes Sekret. In den meisten Fällen hat die Katze, wie schon oben erwähnt, Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust und zunehmende Apathie. Es gibt aber auch Katzen, deren Allgemeinbefinden ungestört scheint. Mit Atembeschwerden bis hin zur ausgeprägten Atemnot verbunden, ist ein Erguß in die Brusthöhle. Auch diese Variante der feuchten Form wird beobachtet. In Extremfällen zeigen die Tiere aufgrund der unzureichenden Sauerstoffversorgung sogar bläuliche Schleimhäute. Die "trockene" oder auch "granulomatöse" FIP stellt den Tierarzt vor größere Probleme, da hier die Krankheitszeichen wesentlich unspezifischer erscheinen und die Diagnose entsprechend erschwert ist. Auch hier können zunächst Apathie, Abmagerung, Fieber und Müdigkeit im Vordergrund stehen. Bei dieser Variante werden weiterhin Symptome beobachtet, die auf eine Beteiligung der Bauchhöhlenorgane hindeuten. So kann ein Ikterus (Gelbverfärbung von Haut und Schleimhäuten) ein wichtiger Hinweis sein. In einigen Fällen zeigen die Tiere auch zentralnervöse Erscheinungen. Diese können sich in Lähmungen, allgemeinen Störungen des Bewegungsablaufes, Mißempfindungen auf der Hautoberfläche, aber auch durch Wesensveränderungen und Anfallserscheinungen äußern. Zusätzlich oder auch isoliert können die schon erwähnten Augenveränderungen auftreten. Die granulomtöse FIP verdankt ihren Namen den pathologischen Veränderungen, die auf den inneren Organen zu beobachten sind. Es handelt sich dabei um plaqueartige Auflagerungen, die den gesamten Bauch- und Brustraum betreffen können. In besonders ausgeprägten Fällen sind diese Veränderungen am lebenden Tier vom Tierarzt zu tasten,beispielsweise auf dem Darm oder den Nieren.

 

Beiden Formen der FIP sind in etwa zu gleichen Teilen vertreten.

Der Kontakt der Katze mit einem Coronavirus, sei es mit dem FIP Virus oder aber auch dem FECV, kann zunächst durch eine Antikörperbestimmung im Serum nachgewiesen werden. An dieser Stelle sei nochmals daraufhingewiesen, daß nicht unterschieden werden kann, ob die Antikörperbildung durch das Feline Enterale Coronavirus oder aber das FIP Virus hervorgerufen wurde. Die Höhe der vom Körper gebildeten Antikörper wird durch einen sogenannten Titer beschrieben. Generell gilt, je höher der Titer, desto höher ist der Gehalt an Antikörpern im Serum. Ferner spricht bei den meisten bekannten viralen Infektionskrankheiten ein hoher Antikörpertiter für eine gute und belastungsfähige Immunität. Das erklärt sich dadurch, daß die Antikörper normalerweise dazu in der Lage sind, das krankmachende Antigen, nämlich das Virus, zu neutralisieren. Bei FIP ist es gerade umgekehrt, - hohe Antikörpertiter wirken hier sogar schädigend. Wenn sich das FIP Virus, auch Antigen genannt, im Körper der Katze verteilt, heften sich die vom Abwehrsystem des Tieres gebildeten Antikörper an das Virus und bilden einen sogenannten Antigen-Antikörperkomplex. Dies hat fatale Folgen. Die Immunkomplexe aktivieren im Organismus eine Lawine von Ereignissen, die dazu führen, daß Zellmembranen durchdrungen und zerstört werden, Entzündungszellen aktiviert und Blutgefäße durchlässig werden. So ist es schließlich nicht das Virus, was die Katze tötet, sondern die Immunreaktion des Patienten.

Die früher vertretene Meinung, ab einer bestimmten Titerhöhe den Ausbruch einer FIP diagnostizieren, bzw. mit Wahrscheinlichkeit voraussagen zu können, oder bei negativem Titer, aber klinischen Erscheinungen eine FIP auszuschließen, ist dennoch nicht mehr haltbar.

Bei an FIP leidenden Katzen wurden nämlich auch negative Antikörpertiter festgestellt. Im umgekehrten Fall konnten bei klinisch gesunden Katzen hohe Antikörpertiter nachgewiesen werden (ein Titeranstieg kann ja wie schon eingangs erwähnt auch aus einer durchgemachten Felinen Enteralen Coronavirusinfektion resultieren). Es kann somit nicht unterschieden werden, ob eine Katze immun ist, ob sie das Virus ausscheidet oder gar jemals erkrankt. Daher sind auch Sanierungsprogramme bei Züchtern mit Vorsicht zu bedenken, die positive Tiere im Sinne des Titers, eliminieren, denn der Titer kann ja auch von einer FECV-Infektion stammen.

Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit das Virus selbst, also das Antigen, direkt in der Ergußflüssigkeit nachzuweisen. Hier kann ein positives Ergebnis als beweisend gelten, allerdings schließt ein negatives Resultat eine FIP keinesfalls aus.

Die Diagnose der FIP gestaltet sich für den Tierarzt also äußerst schwierig.

Zur Diagnosefindung müssen daher die Ergebnisse von Laboruntersuchungen immer in engem Zusammenhang mit dem klinischen Erscheinungsbild interpretiert werden. Ein einzelnes Symptom kann ebensowenig die Diagnose FIP bestätigen, wie einzelne Laborwerte. Der Tierarzt wird daher die Katze allgemein untersuchen. Wenn das Tier bereits die charakteristische Umfangsvermehrung des Bauchraumes aufweist, das Punktat bernsteinfarben und fadenziehend ist und das Virus im Punktat nachgewiesen wird, bzw. ein hoher Titer vorliegt, ist die Diagnose eindeutig. Wie wird aber in den weniger eindeutigen Fällen vorgegangen, wenn zum Beispiel die "trockene FIP" vermutet wird?

Hier müssen aufgrund der unspezifischen klinischen Erscheinungen zusätzlich weitere Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die über die Titerbestimmung hinausgehen. Bei einer FIP sind dabei in der Mehrheit der Fälle typische Veränderungen erkennbar. So steigt meist der Eiweißgehalt im Serum über einen bestimmten Wert. Weiterhin kann eine Erhöhung der Leberwerte diagnostiziert werden. An FIP erkrankte Katzen sind häufig anämisch, d.h. blutarm. In einer ganz speziellen Laboruntersuchung, der Elektrophorese, sind charakteristische Veränderungen erkennbar, die im Zusammenhang mit klinischen Erscheinungen auf FIP hinweisen. Eine invasive Methode des Virusnachweises stellt die Organbiopsie dar. Im entnommenen Organteil kann das Virus ebenso wie im Punktat direkt nachgewiesen werden. Bei den sowieso schon vom Allgemeinbefinden geschwächten Tieren wird diese Methode jedoch eher selten durchgeführt. Grob kann man davon ausgehen, daß eine FIP vorliegt, wenn die klinische Symtomatik dafür spricht und mehrere typische Laborveränderungen nachgewiesen sind. Eine absolute Sicherheit aber gibt es, bis auf die Fälle, bei denen das Virus direkt im Punktat, bzw. in einer Organbiopsie nachgewiesen wurde, nicht.

Eine Heilung der FIP ist bislang nicht möglich. Von einigen Tierärzten durchgeführte Therapieversuche mit Immunsuppressiva (Medikamente die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken) und Kortisongaben sind bestenfalls tolerierbar, wenn es sich um ein alleingehaltenes Tier handelt und die Katze dabei nicht leidet. In allen anderen Fällen ist eine Behandlung strikt abzulehnen, da eine unmittelbare Ansteckungsgefahr von Kontaktieren gegeben ist. Anfang der neunziger Jahre wurde ein Impfstoff entwickelt, der den Tieren intranasal verabreicht wird. Intranasal deshalb, weil der Impfvirusstamm sich temperturabhängig bei 31°C nur lokal in der Nasenschleimhaut vermehren kann und hier eine örtlich schützende Antikörperproduktion hervorruft. Durch die in der Nasenschleimhaut gebildeten Antikörper kann das krankmachende Virus gar nicht erst eindringen und sich im Körper verteilen, da es sozusagen schon an der Eingangstür unschädlich gemacht wird. Der Impfvirusstamm kann sich wie schon erwähnt nur bei Temperaturen um die 31°C vermehren und sich daher im Körper wegen der dort vorherrschenden Temperaturen von über 38°C nicht ausbreiten. Allerdings liegen bislang keine ausreichenden Ergebnisse über die tatsächliche Wirksamkeit des Impfstoffes unter Praxisbedingungen vor, daher ist eine Impfung nur bei besonders gefährdeten Tieren empfehlenswert. Antikörper gegen das FIP oder aber auch FECV sind in den meisten Fällen 7-10 Tage nach Kontakt mit Virusträgern im Serum nachweisbar. Die Inkubation bei FIP dauert in der Regel 2-3 Wochen, dennoch gibt es auch Fälle bei denen klinische Symptome erst nach Monaten oder Jahren im Anschluß an eine Infektion auftreten. Da prinzipiell ja nicht zwischen FIP und FECV Infektionen unterschieden werden kann, müssen alle Coronavirus positiven Tiere als potentielle Ansteckungsquelle für Jungtiere angesehen werden. Darüberhinaus ist ein vom Besitzer eines Deckkaters verlangter "FIP Test", besser gesagt Coronavirus Test, wenn überhaupt nur dann sinnvoll, wenn das weibliche Tier auch nur im seronegativen Fall zugelassen wird. Der Besitzer des weiblichen Tieres sollte sich dann im umgekehrten Fall aber auch davon überzeugen, daß der Kater seronegativ ist. Dennoch gibt es auch hier bei Seronegativität keine absolute Sicherheit für beide Seiten, da erst kürzlicher Kontakt mit infizierten Tieren noch nicht zur Antikörperbildung geführt haben muß, die Tiere aber trotzdem infiziert sein können. Studien haben ergeben, daß die Welpen seropositiver Muttertiere nicht seropositiv wurden, wenn sie früh abgesetzt (zwischen der 2-6 Woche) und von der Mutter getrennt aufgezogen wurden. Hier ist allerdings der tierschützerische Aspekt und die Problematik einer künstlichen Aufzucht nicht zu unterschätzen. Oft wird die Frage laut, ob und wie lange gewartet werden muß, bis nach einer durch FIP verstorbenen Katze ein neues Tier angeschafft werden kann. Das Virus bleibt zwar bei 0°C über Wochen infektiös (Kot im Garten im Winter!), wird aber bei Raumtemperatur innerhalb eines Tages inaktiviert. Bei 56°C dauert der Inaktivierungsprozeß sogar nur knapp eine Minute. Als wirksames lokales Desinfektionsmittel eignet sich Alkohol, aber auch Reinigungsmittel, die üblicherweise im Haushalt angewendet werden. Generell kann also ein neues Tier in kurzer Zeit ins Haus kommen, ohne das eine Infektionsgefahr besteht. Die meisten Wissenschaftler empfehlen drei Wochen Wartezeit.

Bleibt zum Abschluß zu sagen, daß die FIP Erkrankung zum heutigen Zeitpunkt bei Diagnose, Heilung und Prophylaxe noch viele Fragen offen läßt, die die Forschung in den nächsten Jahren zu beantworten hat.

 

FIP

Anlässlich der Jahresversammlung 1997 der American Animal Hospital Association in San Diego stellte Alice M. Wolf die schon bekannten sowie neuere Erkenntnisse über die feline infektiöse Peritonitis vor.

 

Einführung

Katzen sind empfindlich auf verschiedenste Coronaviren wie die transmissible Gastroenteritis des Schweines (TGEV), die Coronaviren des Hundes (CCV) und natürlich auch auf die Coronaviren der Katze (FCoV), wobei sie nur am FCoV klinisch erkranken. Experimentell konnte gezeigt werden, dass die anderen Viren meist nur eine milde Erkrankung provozieren und eine Serokonversion stattfindet (Ausnahme ev.CCV?). Es existieren viele verschiedene Stämme FCoV mit unterschiedlichster Infektiosität und Virulenz.

Stämme mit geringer Virulenz (= feline enterale Coronaviren --> FCoV) vermehren sich nur in reifen epithelialen Zellen und sind sonst im Körper nicht zu finden Sie bewirken in jungen Katzen einen selbstlimitierenden Durchfall.

Leider können die FCoV mutieren und sich zu einem invasiven FIP-Typ Coronavirus entwickeln. Aus diesem Grund findet man in Katzenzuchten, in der die FCoV endemisch vorkommen, hie und da ein Katze, die an FIP erkrankt. Dies gilt auch für isolierte Katzenbestände, in denen Katzen sporadisch auch in höherem Alter an FIP erkranken können.

Hochvirulente Stämme des FCoV lösen eine FIP aus und werden dem zur Folge als FIP-Virus (FIPV) bezeichnet. Auch unter den FIPV gibt es unterschiedliche Virulenzen, die wiederum unterschiedliche Symptomenbilder erzeugen. Je virulenter ein Stamm ist, um so schneller kann er Makrophagen befallen und infizieren, die die Viren im ganzen Körper verteilen.

 

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