Harnwege

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Verzeichznis:

 

Felinen Harnwegserkrankungen

Hauptsymptome

Die erkrankten Tiere werden in der Praxis mit folgenden Hauptsymptomen vorgestellt:

Dysurie: schmerzhaftes oder erschwertes Absetzen von Harn.

Pollakisurie: häufiges Urinieren.

Strangurie: langsames, schmerzhaftes Absetzen von Urin.

Diese Anzeichen sind meist verbunden mit Hämaturie und/oder Pyurie.

 

Mögliche Ursachen veränderten Harnabsatzes:

Entzündlich

Viren (felines Calicivirus)

Bakterien (E.coli, Staphylokokken, Strepto kokken, Pasteurella, Proteus, Pseudomonas, Klebsiella, Enterobacter u.a.)

Mykoplasmen

Pilze (Candida, Aspergillus, Trichosporon)

Parasiten (Capillaria)

Allergisch

Futterallergie (eigene Fälle, bei Katzen)

Trauma

Blasenruptur, Urethrastriktur

Anomalien

Vesiko-Umbilikaldivertikel, Fistel, Phimose, Strikturen

Metabolisch

Harnsteine (Struvit, Oxalat, Ammoniumurat, Kalziumphosphat), Harnröhrenpfröpfe, FUS

Idiopathisch

Neoplasien

Blase (Lymphom, Lymphosarkom, Adenokarzinom, Plattenepithelzellkarzinom, Hämangiosarkom, Leiomyom, Fibrom u.a.)

Neurogen

Blasenhypotonie oder -atonie (meist nach Wirbelsäulentrauma)

Iatrogen

Katheter

Diagnostik

Anamnese (Fütterung, Wasseraufnahme, Harnabsatz)

genaue Abdomenpalpation

Urinstatus, wenn Leukozyten vorhanden: Bakteriologie und Antibiogramm

Blutstatus, Chemie, wenn systemische Veränderungen vorliegen

Röntgen, gegebenenfalls Kontrastmittelröntgen (Luft,Urografin)

 

Ultraschall

Untersuchung der Harnsteine nach chirurgischer Entfernung

Therapie

Infekt der unteren Harnwege:

Antibiotika: Amoxicillin/Clavulansäure 12.5 mg/kg alle 12 h

Cephalexin 20-30 mg/kg alle 12 h

Doxycyclin 4 mg/kg alle 24 h

Enrofloxacin 2.5-5 mg/kg alle12 h

Trimethoprim-Sulfonamid 15 mg/kg alle 12 h

Antibiotikagabe 2 Wochen bei Infekt ohne zusätzliche systemische Erkrankungen, 6 bis 8 Wochen bei Pyelonephritis.

Entzündungshemmer haben unterstützende Wirkung (z.B. Dolosin-Dexa 0.2 bis 0.5 ml/Katze).

Kontrolle der einfachen Infekte: sistieren der klinischen Symptome oder mikroskopische Untersuchung des Harnsediments.

Kontrolle der rezidivierenden Infekte: Urinkultur 5 Tage nach Therapiebeginn und 14 Tage nach Therapieende.

Urolithiasis:

Therapie der Dehydratation, metabolischen Azidose mit Ringer iv.

Struvit: - Häufigkeit zurückgegangen von 84% (1984) auf 48% (1995) aller untersuchten Steine.

s/d Diät (Hills) oder Struvite-Diät (Eukanuba)

Ammoniumchlorid 100 mg/kg oder Methionin 1 g/Katze oder Vitamin C 100-500 mg/Katze

Diurese: Furosemid 1 mg/kg

gegebenenfalls Antibiose

Oxalat:

- Häufigkeitsanstieg von 2% (1984) auf 40% (1995) aller untersuchten Steine.

k/d (Hills) oder Oxalate-Diät (Eukanuba)

Kalziumzitrat 100-150 mg/kg

Vitamin B6 10 mg/kg

Diurese: Hydrochlorothiazid 0.5 (1-2) mg/kg

Ammoniumurat: - medikamentöse Auflösung unbekannt

keine Innereien (besonders Leber)

Harn pH neutral

Diurese (Kochsalz, Furosemid)

Allopurinol 2 x 15 mg täglich

Kalziumphosphat: - medikamentöse Auflösung unbekannt

chirurgische Entfernung

Diurese (Hydrochlorothiazid)

Kochsalz reduzieren

 

FUS:

Analgetika (Dolosin, Torbugesic, Pethidin: siehe Traktätli "Analgetika")

Katheterisieren + Obstruktion lösen

spülen der Harnröhre mit warmer NaCl-Lösung

ansäuern mit Ammoniumchlorid 50-100 mg/kg

gegebenenfalls Antibiose

Megestrolazetat 2.5-5 mg/Katze/Tag ev. jeden zweiten Tag 5-7 Tage lang (siehe Traktätli "Megestrolazetat"); nur in therapieresistenten Fällen!

 

Neoplasien:

Kombination von Chirurgie, Radiotherapie, Chemotherapie (Tierspital ZH).

Trauma:

erst metabolische Probleme korrigieren (Ringer iv usw.).

Analgetika (Dolosin, Torbugesic, Pethidin).

Katheter setzen (kleine Verletzungen heilen ohne Chirurgie innert Tagen).

Antibiotika, wenn Infekt, Sepsis oder Nekrose.

wenn Patient stabil, Chirurgie.

Vesiko-Umbilikaldivertikel:

bei Persistenz (im Röntgen) von mehr als 1 Monat, Chirurgie.

Besitzerinformation

Fütterungsberatung (Diät).

Besitzer informieren über Krankheit mit und ohne Therapie, sowie über Bedeutung der Compliance bei therapeutischen Empfehlungen.

Nachuntersuchung des Patienten (inklusive Urinstatus, Urinkultur) zur Kontrolle des Therapieerfolgs.

Häufigste Fehler

Nur ausnahmsweise katheterisieren, da iatrogene Infektgefahr. --> besser: sterile Harnentnahme durch Punktion.

Leukozytenangabe auf Teststreifen bei Tieren unzuverlässig.

Keine Therapie mit Kortison, Antibiotika, Ammoniumchlorid ohne genaue Diagnose: Ursache, Keim (Resistenzprobleme, spezieller Harnstein).

Vesiko-Umbilikaldivertikel nicht sofort chirurgisch beseitigen, da häufig reversibel.

fehlende Nachkontrolle von Hämaturiepatienten: unbedingt Zystozenteseharn, da sonst fehlerhafte Ergebnisse.

bei FUS Patienten mit Anurie: besser Blasenpunktion als Katheter (Narkoserisiko steigt durch Hyperkaliämie -> erst Glucosaline iv)

 

Polyzystische Nieren

bei Perserkatzen und Maine Coons und anderen Rassekatzen

Quelle der Texte: http://www.swissonline.ch/laupeneck

Einleitung

Insbesondere bei Perserkatzen treten Nierenzysten in gewissen Rasselinien mit einer Häufigkeit von fünfzig und mehr Prozent auf. Bei dieser Erkrankung werden Teile normal ausdifferenzierten Nierengewebes durch eine oder mehrere Zysten verdrängt. Zysten entstehen in vorbestehenden - jedoch blind endenden - Nephronen und Sammelröhrchen. Meist sind gleichzeitig beide Nieren betroffen. Heute gilt ein autosomal dominanter Erbgang als gesichert.

Klinische Zeichen

Nierenzysten bleiben klinisch solange inapparent, bis Grösse und Anzahl ein Nierenversagen oder, weniger häufig, eine Bauchumfangsvermehrung provozieren. Als Zufallsbefund werden manchmal höckrige Nieren palpiert.

Nierenzysten verursachen in der Regel keine Dolenz. Nur wenn Zysten sekundär infiziert werden kann eine rasche Überdehnung der Nierenkapsel zu Schmerz führen.

Sonographische Zeichen

Nierenzysten werden bei den betroffenen Rassen häufig als Zu-fallsbefund während einer abdominalen Sonographie entdeckt. Sie erweisen sich als rundliche bis ovoide Gebilde unterschiedlicher Grösse, dünnwandig und scharf begrenzt. Der Inhalt ist anechoisch. Charakteristisch sind Schallverstärkung distal der Zyste und eine hell leuchtende, konkave, distale Zystenwand. Zysten kommen sowohl in der Nierenrinde wie im Nierenmark vor.

Therapie

Nierenzysten sind insbesondere im juvenilen Alter nicht lebens-bedrohend. Eine Therapie bzw. Prophylaxe richtet sich allenfalls gegen eine mögliche aber eher seltene Sekundärinfektion (Sepsis). Zeichen eines Nierenversagens treten meist ab dem 3. Lebensjahr auf. Diese erfordern eine symptomatische Therapie (Nierendiät, Infusionen usw.).

Eine Spontanremission der Zysten ist nicht bekannt. Zysten können perkutan unter Ultraschallkontrolle punktiert und entleert werden. Damit kann die Kompression auf gesundes Nierenge-webe vorübergehend eliminiert werden. Dieses Prozedere verhindert allerdings nicht, dass sich die Hohlräume wieder füllen. Bei Nieren mit vielen kleinen Zysten ist dieses Vorgehen wenig effizient.

Zuchthygiene

In Einvernahme mit den betroffenen Rassezuchtverbänden in der Schweiz werden seit Herbst 1998 sonographische Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Es wird empfohlen, Katzen erst im Alter ab zwölf Monaten untersuchen zu lassen, da bei Welpen die Gefahr besteht, dass kleine Zysten übersehen werden. Auf Grund des autosomal dominanten Erbganges ist bei einem Zuchtausschluss von sonographisch positiven Tieren theoretisch schon nach wenigen Jahren mit einer Elimination der Krankheit zu rechnen. Es liegt allerdings in der Kompetenz der Zuchtverbände (und nicht in derjenigen der Tierärzte), die Zuchtziele zu definieren.

 

Die sonographische Vorsorgeabklärung

Von der Röntgenabteilung der Universität Zürich wurde ein Untersuchungsprotokoll erstellt. Da sich sonographische Unter-suchungen ungleich der Abklärung auf HD, betreffend Technik nicht endgültig nachprüfen lassen, sind für die Vorsorgeabklärungen, in Einvernahme beider Universitäten, folgende auf bildgebende Verfahren spezialisierte Tierärzte befugt:
 

PD Dr. M. Flückiger, Tierspital, 8057 Zürich

Dr. L. Gaschen, z. Zt Novartis, Base

Dr. U. Geissbühler, Tierspital, 8057 Zürich, Kleintierpraxis Laupeneck, 3008 Bern und Animal Kleintierpraxis, 3930 Visp

Dr. B. Kaser - Hotz, Tierspital, 8057 Zürich

PD Dr. J. Lang, Tierspital, 3012 Bern und Tierärztliches Ueberweisungszentrum, 4456 Tenniken

Dr. V. Schmid - Freléchoz, Tierspital, 3012 Bern und tierärztliche Praxis, 1066 Epalinges

Dr. R. Vögtli, Pfeffingerstrasse 41, 4053 Basel

Allgemeine Informationen

Die Untersuchungskosten belaufen sich auf Fr. 70.- (inkl. administrativer Aufwand).

Benötigt wird der Abstammungsausweis.

Der Untersuchungsbericht wird im Original direkt dem Besitzer überreicht.

Kopien der Untersuchungsergebnisse werden an den beiden kantonalen Tierspitälern archiviert.

U.a. wird die Vorsorgeuntersuchung zurzeit jeweils dienstags in der Kleintierpraxis Laupeneck (Dr. U. Geissbühler) durchgeführt.
 

imovet bg labor laupeneck

vetproducts Postfach

laupenstrasse 33 CH-3008 Bern

CH-3008 Bern tel: 031-381-4725

switzerland fax: 031-381-3414

PKD-Polycystic Kidney Disease

erblich bedingte Nierenerkrankung bei Perserkatzen

und anderen Katzenrassen

Polycystic Kidney Disease ist eine vererbbare Nierenkrankheit die in Perserkatzen entdeckt wurde. Über die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) wurde vereinzelt seit 1967 in der Literatur berichtet, aber richtige Studien zu dieser Nierenerkrankung begannen erst 1990. Eine betroffene 6 Jahre alte weibliche Perserkatze wurde mit vergrößerten Nieren und Symptomen von Nierenversagen an die Staatl. Universitätshochschule Ohio überwiesen. Die Diagnose lautete letztendlich PKD. Mit den Nachkommen dieser Katze wurde eine Kolonie gegründet und die Forschung über den Krankheitsverlauf konnte beginnen.

PD Dr. M. Flückiger, Tierspital, 8057 Zürich

Dr. L. Gaschen, z. Zt Novartis, Basel

Dr. U. Geissbühler, Tierspital, 8057 Zürich, Kleintierpraxis Laupeneck, 3008 Bern und Animal Kleintierpraxis, 3930 Visp

Dr. B. Kaser - Hotz, Tierspital, 8057 Zürich

PD Dr. J. Lang, Tierspital, 3012 Bern und Tierärztliches Ueberweisungszentrum, 4456 Tenniken

Dr. V. Schmid - Freléchoz, Tierspital, 3012 Bern und tierärztliche Praxis, 1066 Epalinges

Dr. R. Vögtli, Pfeffingerstrasse 41, 4053 Basel

Allgemeine Informationen

Die Untersuchungskosten belaufen sich auf Fr. 70.- (inkl. administrativer Aufwand).

Benötigt wird der Abstammungsausweis.

Der Untersuchungsbericht wird im Original direkt dem Besitzer überreicht.

Kopien der Untersuchungsergebnisse werden an den beiden kantonalen Tierspitälern archiviert.

U.a. wird die Vorsorgeuntersuchung zurzeit jeweils dienstags in der Kleintierpraxis Laupeneck (Dr. U. Geissbühler) durchgeführt.

 

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