Hauterkrankung

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Vorsicht Hautpilze

Quelle: http://www.tieraerzteverband.de

Fast alle Haus- und Nutztierarten können von Hautpilzen befallen werden. Die mikroskopisch kleinen Organismen siedeln sich im Fell und auf der Haut an und erzeugen Tausende von Pilzsporen, die der Weiterverbreitung dienen. Sowohl durch direkten Kontakt als auch durch Pflegeutensilien, Futtermittel, Decken und andere Gegenstände kann die Erkrankung von Tier zu Tier, vom Tier auf den Menschen und vom Menschen aufs Tier übertragen werden.

Bei erkrankten Tieren finden sich als typische Hautveränderungen kreisrunde haarlose Stellen, hauptsächlich am Kopf, am Hals, in Ohrnähe oder an den Gliedmaßen. Sie sind mit Schuppen oder Borken belegt und zur geschlossenen Felldecke hin mit einem roten, entzündeten Randsaum begrenzt. Teilweise können diese Veränderungen mit deutlichem Juckreiz verbunden sein.

An derart vorgeschädigten Hautstellen haben auch Bakterien leichtes Spiel und können das Krankheitsbild deutlich komplizieren. Darüber hinaus gibt es auch atypische Verlaufsformen, die je nach Tierart, Pilzart und Abwehrlage des Tieres variable Hautveränderungen hervorrufen. Deshalb sollten alle Tiere mit deutlichen Hautveränderungen frühzeitig tierärztlich untersucht werden. Da auch nicht übertragbare Hautkrankheiten vergleichbare Krankheitsbilder zeigen können, ist zur Diagnose in aller Regel eine Laboruntersuchung erforderlich.

Beim Menschen beginnt die Erkrankung mit einem rötlichen, linsen großen schuppigen und juckenden Fleck, meist an Unterarmen, Beinen oder im Gesicht, der nach außen wächst, während die Mitte abheilt. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, entstehen zahlreiche solcher Herde, die landkartenartig zusammenfließen können. Am behaarten Kopf können rundliche, kahle, grauweiß beschuppte Flecken entstehen.

Zur Behandlung bei Tier und Mensch stehen pilz- und sporenabtötende Salben, Lotionen, Sprühlösungen und Tabletten zur Verfügung. Die Heilung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Vorbeugend sollte auf besondere Hygiene im Umgang mit haut erkrankten Tieren geachtet werden.

 

Allergische Dermatitiden bei der Katze

Wir möchten Ihnen vorläufige Daten aus unserer Studie über die Diagnostik allergischer Dermatitiden der Katze präsentieren. Katzen verschiedenster Rassen, unterschiedlichen Alters und beiderlei Geschlechts wurden von uns untersucht. Die erzielten Resultate stimmen uns optimistisch.

Einleitung

Atopie bedeutet "nicht fassbare, eigentümliche" Krankheit. Es handelt sich dabei um eine hochgradigen Juckreiz auslösende, häufig familiär auftretende allergische Krankheit. Entstehende IgE-Antikörper lösen eine Typ-I-Reaktion aus (sofort, histaminbedingt), dazu kommt eine zelluläre Komponente, vermittelt durch Leukotriene und dadurch angelockte Entzündungszellen ("late-phase reaction").

Symptome

Obwohl sich die Symptomatik einer Atopie bei der Katze nicht so deutlich präsentiert wie beim Hund, werden mehr und mehr Katzen mit Verdacht auf ein allergisches Geschehen in der Kleintierpraxis vorgestellt.

Ein typisches symptomatisches Bild lässt sich nicht definieren, doch besteht bei folgenden Veränderungen ein Verdacht auf ein allergisches Geschehen:

· intensiver Juckreiz, vor allem an Kopf, Hals, Abdomen,

· miliare Dermatitis,

· Haarausreissen in Büscheln, abgebrochene Haare (Lecken),

· Alopezie, vor allem abdominal,

· Läsionen des eosinophilen Granulomkomplexes.

Das Alter des ersten Auftretens der Symptome bei unserem Patientengut variiert sehr stark, 6 Monate bis ca. 8 Jahre alt, aber meistens treten erste Symptome vor dem zweiten Lebensjahr auf. Bisher konnte weder eine Rassen- noch eine Geschlechtsprädisposition nachgewiesen werden, Stubenkatzen und Katzen mit Auslauf sind gleichermaßen betroffen.

Differentialdiagnosen

Sehr wichtig ist die Erhebung einer genauen Anamnese, am besten mittels eines speziell entworfenen Fragekataloges, um ähnliche Krankheitsbilder anderer Genese ausschließen zu können. Folgende Differentialdiagnosen müssen in Betracht gezogen werden:

 

Parasitäre Erkrankungen

Geschabsel

Scotch Tape-Test

Flotation

Dermatomykosen:

Wood-Lampe

Pilzkultur

Flohbissallergie:

Flohbekämpfung

Futtermittelallergie:

Eliminationsdiät

 

Psychogene Erkrankungen

 Stress abbauen

 Therapieversuch mit Sedativa resp. Psychopharmaka

Diagnose

Das Ansprechen auf Glukokortikoide kann als Diagnostikum verwendet werden. Leider werden aber Glukokortikoide sehr oft und repetitiv als "Therapie" eingesetzt. Zur Zeit steht kein befriedigender IN VITRO Test zur Verfügung, gleichzeitig das Vorkommen eines spezifischen IgE bei der Katze ist (noch) nicht gesichert. IN VIVO steht der Intrakutantest als Diagnostikum zur Verfügung. Nach Ausschluss anderer Differentialdiagnosen (siehe oben), lässt sich ein Intrakutantest nach folgenden Grundsätzen durchführen:

Antihistaminika, Glukokortikoide und Sexualhormone müssen mindestens drei Wochen vor dem Test abgesetzt werden. (Depotpräparate mindestens ein bis zwei Monate vorher.)

Die möglichst ruhige Katze (Kortisolausschüttung kann den Test verfälschen) wird mit 0.02 mg/kg Kg Atropin i.m. und 1.1mg/kg KG Xylazin i.v. prämediziert respektive sediert.

Eine ca 10 cm x 15 cm große Testfläche wird lateral am Thorax vorsichtig ausgeschoren (Vorsicht: kleine Mikrotraumen durch Schermaschine vermeiden) und der Anzahl der zu testenden Allergene entsprechende Testfelder markiert.

Die Allergene (2500 BE/ml Allergopharma) werden intrakutan (Vorsicht: Die Haut der Katze ist sehr dünn, nicht subkutan verabreichen!) injiziert und Resultate nach 10, 20 und 30 Minuten abgelesen.

Größe, Erhabenheit über Oberfläche und Erythem sind die wichtigsten Parameter zur Beurteilung der Quaddel. Die Reaktionen bei der Katze sind oft nicht sehr ausgeprägt, da die Quaddeln tendenziell eher flach erscheinen und wenig Erythem entwickeln.

Ein diagnostisch sehr praktisches Hilfsmittel stellt die intravenöse Gabe von Fluoreszein kurz vor Beginn des Intrakutantests dar. Mittels Woodlampe kann man nach Beendigung der intrakutanen Injektion der Allergene die Reaktion qualitativ und auch quantitativ beurteilen. Bei positiven Reaktionen erscheinen durch die histaminbedingte Extravasation scharf umschriebene fluoreszierende Quaddeln.

Resultate

Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass bei der Katze vor allem Hausstaubmilben als Verursacher der felinen Atopie in Betracht gezogen werden müssen. Dermatophagoides farinae, Dermatophagoides pteronyssinus, Acarus siro und Tyrophagus putrescentiae sind die am häufigsten nachgewiesenen Allergene bei der Katze. Rund 60 % der positiv getesteten Katzen sind auf alle vier der oben erwähnten Hausstaubmilben allergisch, 20 % nur auf Dermatophagoides spp., weitere 20% zeigten positive Reaktionen bei Acarus siro und Tyrophagus putrescientiae. Alternaria, Aspergillus, Penicillium und Cladiosporum kommen ebenso als Auslöser von Allergien in Frage, diese wurden bei rund 20% unseres Patientengutes festgestellt. Auch andere, eher saisonale Allergene können vorkommen (Gräserpollen, Baumpollen etc.), wurden aber bei unseren Patienten nicht nachgewiesen.

Therapie

Das Meiden der Allergene kommt aus praktischen Gründen kaum in Frage.

Entsprechend den Resultaten des Intrakutantests, können die Katzen hyposensibilisiert werden. Depot-Allergenlösungen werden in steigender Konzentration zu Beginn wöchentlich, danach alle 2-4 Wochen subkutan injiziert. Der Therapie beim Hund entsprechend, muss sehr wahrscheinlich eine langfristige Hyposensibilisierung durchgeführt werden.

Noch liegen begrenzte Erfahrungen betreffend der Hyposensibilisierung der Katze vor, erste Erfolge haben jedoch unsere optimistischen Hoffnungen bestätigt. Der "Therapieerfolg" lässt sich wie folgt definieren: Minimaler oder kein Juckreiz, keine sichtbaren Läsionen, keine Steroidtherapie.

 

Was ist das eigentlich: Katzenakne

Als Katzenakne oder Feline Kinnakne bezeichnet man eine Hautkrankheit bei Hauskatzen, deren Ursache nicht geklärt ist. Sie wird als idiopathische Verhornungstörung angesehen, wobei unter Umständen eine verstärkte Talgproduktion, Immunsuppression, Viren und Stress als Faktoren eine Rolle spielen.

Wodurch entsteht Katzenakne?

Die Ursache der Katzenakne ist trotz intensiver Forschung noch unbekannt. Bei einigen Tieren ist die Akne ein lebenslanges Problem, während andere nur einmal in ihrem Leben eine kurze Episode dieser Erkrankung mitmachen und danach dauerhaft geheilt sind.

Welche Symptome treten auf?

Betroffen sind vor allem Kinn und Unterlippe, gelegentlich auch die Oberlippe. Meist bilden sich zunächst einige Mitesser, die sich später entzünden. Entzündliche Pusteln und Papeln treten auf ("Pickel"), in schweren Fällen entstehen Furunkel oder aber hochgradige Entzündungen der gesamten Haut in dem betroffenen Bereich. Kinn und Lippen können stark anschwellen.
 

Katzen mit Katzenakne reiben Kinn und Lippen an rauhen Oberflaechen. In chronischen Fällen kommt es hierdurch zu Narbenbildungen.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze an Katzenakne erkrankt ist,

sollten Sie unbedingt einen Tierarzt oder eine Tieraerztin aufsuchen. Es gibt noch einige andere Erkrankungen, deren Symptome ganz ähnlich sind, die aber völlig anders behandelt werden müssen. Im Zweifelsfall können einige Tests Klarheit schaffen.

Wie wird die Katzenakne behandelt?

Für die Behandlung stehen verschiedene Spezialshampoos, Lösungen und Salben zur Verfügung. Da diese lokal aufzutragenden Arzneimittel hochwirksame Substanzen enthalten, sind die meisten Therapeutika nicht frei verkäuflich, sondern nur in tierärztlichen Praxen erhältlich.

Je nach individuellem Krankheitsbild werden unterschiedliche pharmakologische Wirkstoffe verwendet, z.B. Magnesiumsulfat, Cephalosporine u.v.m. Produkte für den Menschen (z.B. Clearasil) sind nicht geeignet, da Katzen auf verschiedene Substanzen sehr sensibel reagieren. Zusätzlich enthalten diese Produkte Alkohol, den nicht nur die Haut der Katze äußerst irritierend findet.

Damit die Wirkstoffe tatsächlich in die Haut gelangen, wird man zunächst die Haare in den betroffenen Bezirken entfernen müssen. Mitesser und kleine Pickelchen werden vor Beginn der Behandlung sanft durch Ausdrücken entfernt.

Das Ausdrücken muss aber mit der richtigen Technik erfolgen, da der Talgpropf sonst nach innen gedrückt wird und eine starke Entzündung hervorruft.

In schweren Fällen kann eine Behandlung mit antibiotischen Tabletten oder Tropfen notwendig werden.

Chronisch erkrankte Tiere profitieren manchmal von der Gabe mehrfach ungesättigter Fettsaeuren (z.B. Becel-Oel).

Katzenakne kann durch unsaubere Fressplätze und Plastikschüsseln verursacht werden. Daher sollte als erster Schritt im Fall von Akne, noch vor medikamentöser Behandlung, der Fressplatz ueberprüft werden. Er sollte immer sauber sein. Fressensreste sollten weggeräumt, Plastikteller durch Porzellan ersetzt werden. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Katze keine Reste an ihrer Schnüss hängen hat. Ggf. muss man der Katze das Mäulchen abwischen.

 

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