Leukose

Erste Hilfe           Medikamente           FIP           FIV           Katzenschnupfen           Katzenseuche           Parasiten           Toxoplasmose           Harnwege           Hautkrankheiten           Organe           Vergiftungen

Verzeichnis:

Das verursachende Leukose-Virus ist ein heimtückisches Virus, das nicht nur die verschiedensten Organe der Katze befällt, sondern auch das Immunsystem schwächt.

Das hat zur Folge, dass die Krankheit schwer zu erkennen ist und dass durch die starke Schwächung des Immunsystems weitere Erreger das Tier infizieren. Übertragen wird es durch direkten Kontakt und infizierten Speichel, weniger über Kot und Urin. Das Virus ist jedoch außerhalb des Katzenkörpers sehr labil und verliert schnell seine "Ansteckungskraft", Deshalb setzt eine Ansteckung einen längeren Kontakt der Katzen voraus, z. B. bei der Fellpflege. Bissverletzungen bieten ebenfalls eine Übertragungsmöglichkeit (vom Speichel ins Blut).

Aus diesen Gründen sind auch hier die Katzen in Tierpensionen, Tierheimen und Zuchten besonders gefährdet.

Die Krankheit beginnt wie viele andere mit Fieber und Abgeschlagenheit. Danach hat die Leukose einen sehr uneinheitlichen Verlauf. Der Tierarzt stellt Blutarmut (weniger rote Blutzellen) fest, gleichzeitig eine Erhöhung der weißen Blutzellen. Zusätzlich werden Erbrechen und Durchfall beobachtet. Weiterhin zeigen Zahnfleischentzündungen, Schnupfenanzeichen, Augenveränderungen, Lähmungserscheinungen, Krämpfe, schlecht heilende, eitrige Wunden und Ohrenentzündungen, dass weitere Erreger das Tier heimsuchen. Besonders schwerwiegend sind Tumoren in den inneren Organen (Leber, Niere, Milz, Lymphknoten).

Aufgrund des vielschichtigen Krankheitsverlaufes ist es schwierig, die Leukose als solche zu erkennen. Andererseits ist die Hälfte aller Katzen in der Lage, das Virus mit Hilfe der eigenen Immunabwehr zu bekämpfen und unschädlich zu machen (Spontanheilung). Durch einen Leukose-Test wird nachgewiesen, ob das Virus im Blut vorliegt.

Der LeukoseTest ist wenig aussagefähig, wenn er nur einmal (in einer bestimmten Krankheitsphase) durchgeführt wird denn: falls es die Katze alleine schafft, das Virus durch neutralisierende Antikörper und Immunzellen zu besiegen, wäre ein vorher positives Testergebnis hinfällig. Andererseits kann es ebenso passieren, dass einige Wochen nach Beginn der Infektion das Virus nur noch in bestimmten Organen und nicht mehr im Blut ist. Dann wäre das Tier trotz negativem Testergebnis positiv. Am aussagekräftigsten ist die Beobachtung von äußeren Krankheitserscheinungen in Kombination mit zwei Tests im Abstand von 6-8 Wochen und eine zusätzliche Blutuntersuchung, bei der eine Erhöhung der Anzahl der weißen Blutzellen überprüft wird.

Nachdem sich die Katze mit dem Leukose-Virus infiziert hat, kann es Jahre dauern bis sie daran erkrankt.

Die (ausgebrochene) Leukose ist nicht heilbar. Die Tiere sterben meistens innerhalb von drei Jahren.

Es sind jedoch sichere Impfstoffe verfügbar.

Bei Tieren mit positivem Testergebnis hat sich die Behandlung mit Baypamun als hilfreich erwiesen, da hierdurch das Immunsystem gestärkt werden kann, sodass die Tiere eher alleine mit dem Virus "Fertigwerden".

Quelle: http://www.annweiler.de/Tierarzt/

 

FeLV - Katzenleukose (Katzenleukämie)

Quelle: http://www.netvet.at/felv.html


Der Erreger

Virusbeschreibung/Subtypen

Die Leukämie der Katze ist eine weitverbreitete und gefürchtete Infektionskrankheit der Katze, die durch das Feline Leukämievirus (im folgenden kurz FeLV genannt), ein Retrovirus, hervorgerufen wird. Man unterscheidet drei FeLV-Typen: FeLV A, FeLV B und FeLV C. Die Typen B und C treten grundsätzlich immer zusammen mit Typ A auf und sind alleine nicht infektiös! Typ B und C können nur mit Hilfe des Typs A krankmachend wirken: in Anwesenheit von FeLV A verursacht der FeLV-Typ B die Tumorform der Erkrankung, der FeLV-Typ C die Blutarmut (Anämie).

* Widerstandsfähigkeit (Persistenz): Das FeLV ist als Retrovirus in der Umwelt nicht sehr beständig und wird durch alle Arten von Wasch- und Desinfektionsmitteln zerstört.

Verbreitung und Ansteckung

Das FeLV ist weltweit verbreitet. Dauerausscheider unter den Katzen (das sind Tiere, die das Virus in sich tragen, aber nicht erkranken) sind eine ständige Quelle für Neuansteckungen. Die Verbreitung des FeLV hängt von der Populationsdichte der Tiere ab: während am Land nur ca. 6% der Katzen Kontakt mit dem Virus haben, steigt die Infektionshäufigkeit in der Stadt auf 75%, das heißt drei von vier Katzen haben mindestens einmal im Leben Kontakt mit dem FeLV!

FeLV wird von der infizierten Katze (Dauerausscheider!) über alle Körperflüssigkeiten (Sekrete und Exkrete) ausgeschieden. Das Virus wird daher hauptsächlich über den Speichel, das Nasensekret, den Kot und die Muttermilch weiterverbreitet. Katzenbabies stecken sich bereits im Mutterleib an und kommen daher schon infiziert auf die Welt. Zusätzlich besteht Infektionsgefahr durch die Muttermilch. Auch dem Mensch kommt als Überträger der Infektion Bedeutung zu, der Aufenthalt in einer FeLV-verseuchten Wohnung und der Kontakt zu FeLV-positiven Tieren kann fatale Folgen haben!

Das FeLV wird also horizontal (von Tier zu Tier) als auch vertikal (von der Mutter auf die Jungen) und transplazentar (im Mutterleib) übertragen!

Welche Tiere sind durch das FeLV besonders gefährdet?

Jungtiere unter drei Jahren sind besonders anfällig (Immunsystem noch zu schwach ist),

Chronisch kranke, geschwächte und alte Tiere aus demselben Grund,

Gesunde Tiere, die ständig Viruskontakt haben und nicht geimpft sind, erkranken meistens ebenfalls an einer durch das FeLV verursachten Immunsuppression (als Dauerausscheider meist innerhalb von 3 Jahren)!

FeLV-INFEKTIONEN ZÄHLEN HEUTE ZU DEN HAUPTTODESURSACHEN DER FELINEN POPULATION (auch bei Großkatzen)!

 

Krankheitsverlauf

Oft erscheinen FeLV-infizierte Tiere äußerlich völlig gesund, die tödliche Krankheit ist auch durch den Fachmann nicht sofort erkennbar. Nach erfolgter Ansteckung kommt es zu verschiedene Verlaufsformen (Phase 1-4):

Die Katze macht eine vorübergehende Infektion durch, das Virus vermehrt sich im Lymphgewebe der Maulhöhle (orale Virusaufnahme!) und später im Knochenmark, wo große Mengen von FeLV produziert werden. Das Virus gelangt in der Folge in das Blut (Virämie) und wird mit allen Sekreten und Exkreten ausgeschieden. Gesunde Katzen können das FeLV infolge ausreichender Immunantwort in kurzer Zeit wieder abstoßen (bis zu 75% aller erstmals infizierten Katzen) Diese kurzfristige Infektion wird vom Besitzer meistens nicht bemerkt. Wenn das FeLV nicht abgestossen wird, kommt es zu transitorischer Virämie (Phase 2):

Die Anwesenheit des Virus im Blut bleibt bestehen (transitorische Virämie), die transient infizierte Tiere beherbergen das Virus bis zu 15 Wochen und länger im Blut und scheiden daher auch weiter Virus aus. Auch hier kann die Infektion jederzeit durch ein funktionierendes Immunsystem abgestossen werden. Die meisten transient infizierten Tiere können die Infektion jedoch nicht beenden und es entwickeln sich die typischen Krankheitsbilder der Katzenleukämie (ca 10% aller erstinfizierten Katzen)! Sofern die Katze nicht an der Leukoseinfektion in der virämischen Phase stirbt kommt es zur latenten Infektion (Phase 3):

Die Katze bleibt latent infiziert, das Virus bleibt im Knochenmark und vermehrt sich nicht weiter. die Krankheit kann aber jederzeit aufgrund von Immunsuppression durch Stress (Trächtigkeit, Kortisontherapie, andere Erkrankungen) ausbrechen. Diese latent infizierten Tiere sind besonders schwer zu diagnostizieren, da der Bluttest negativ ist (das Virus ist nicht im Blut)! Bei Immunsuppression geht diese Verlaufsform über in die nächste Stufe (Phase 4):

Die Katze wird wieder virämisch (das FeLV ist wieder im Blut), ist Dauerausscheider und stirbt innerhalb der nächsten drei (manchmal fünf) Jahre.

Klinische Symptome:

Die Katzenleukämie ist oft Ursache einer anderen, vermeintlich allein bestehenden Erkrankung. Die Krankheitsbilder sind sehr mannigfaltig, oft wird die verursachende Grundinfektion nicht erkannt. Die der Krankheit den Namen gebende Leukose (Leukämie) ist relativ sehr selten, der Name der Infektion ist daher unglücklich gewählt. Am häufigsten werden folgende Krankheitsbilder angetroffen:

Blutarmut (am häufigsten),

unheilbarer therapieresistenter Katzenschnupfen und Lungenentzündungen,

Erkrankungen des Darmes (unheilbare ständige Durchfälle),

chronische Zahnfleischentzündung,

ständige Appetitlosigkeit und Abmagerung,

Aborte bei tragenden Tieren, Totgeburten,

Erkrankungen des Auges,

Lymphknotenschwellungen-Lymphosarkome (tumoröse Form-ältere Tiere),

Tumorbildungen in allen inneren Organen (tumoröse Form-ältere Tiere),

Das FeLV gilt als Wegbereiter für das FIP-Virus (FIP-Bauchwassersucht der Katze) und tritt oft gemeinsam mit der FIP-Infektion auf.

Diagnose und Testbeurteilung

Die Diagnose der Infektion mit FeLV wird bei Verdacht routinemäßig mittels serologischem ELISA-Bluttest durchgeführt. Serologische Tests der Speichel- und Tränenflüssigkeit sind nur in Ausnahmefällen geeignet (Erstinfektion vor einer Virämie) und sollten routinemäßig stets zweite Wahl bleiben. Folgende Möglichkeiten der Testbeurteilung unter Berücksichtigung der vier Verlaufsphasen der Krankheit kommen in Frage:

Positiver Test

Jungtier

Die Katze könnte in Phase 1 oder 2 (Virämie) sein und vielleicht den Virus wieder abstoßen: sofortige Euthanasie nicht erforderlich, Katze isolieren und nach 6-12 Wochen nachtesten. Bei nochmals positivem Test Euthanasie oder permanente Isolation erwägen!
 

Erwachsene Katze

Die Katze könnte theoretisch ebenfalls in Phase 1 oder 2 (Virämie) sein (kürzlich erfolgte Infektion bei Freigängern, Aufenthalt im Katzenheim), im Zweifel nach 6-12 Wochen nachtesten. Bei Katzen, die in letzter Zeit keinen Kontakt hatten, gilt die Diagnose Katzenleukämie mit einer positiven Untersuchung als gesichert.

Negativer Test

Die Katze ist aller Wahrscheinlichkeit nach kein Virusträger! Ausnahme: die Katze befindet sich in Phase 3 (latenter Virusträger). Die Katze selbst ist keine Infektionsgefahr für andere Katzen, solange die Krankheit nicht in Phase 4 (Dauerausscheider) übergeht. Auch wiederholte Bluttests bleiben negativ. Die einzige Möglichkeit eines Virusnachweises wäre ein Knochenmarkspunktat (sehr aufwendig). Die geschätzte Dunkelziffer der infizierten, aber im Test (falsch) negativen Katzen ist 5%.

Therapie

Die klassische Schulmedizin bietet sowohl bei klinisch noch unauffälligen Virusträgern (keine Krankheitssymptome) als auch bei bereits erkrankten Tieren wenig Möglichkeiten der Therapie. Prinzipiell wäre zu bemerken, dass tumoröse Verlaufsformen bei älteren Katzen aufgrund des langsameren Verlaufes bessere Aussichten bieten und auch chirurgisch angegangen werden können. Eine entsprechende Therapie der FeLV-Infektion muss auf eine Stärkung der körpereigenen Immunabwehr zielen um ursächlich zu wirken. Diese Behandlungsmöglichkeiten finden sich noch am ehesten bei sogenannten Alternativen- oder besser

 

Komplementärmedizinischen Methoden

An erster Stelle sowohl für akut Erkrankte als auch noch besser für noch nicht klinisch erkrankte Katzen, die aber bereits im Test positiv sind, bietet sich die

BIOSIGNALMODULATION an, die primär darauf ausgerichtet ist, die körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem!) zu stärken und dadurch eine Infektion zu überwinden. Die positive Wirkung der BSM-Therapie auf die Bildung der roten und weißen Blutkörperchen (Aktivierung des Knochenmarks) ist wissenschaftlich erwiesen.

Weitere unterstützende Maßnahmen aus dem Gebiet der

HOMÖOPATHIE

PARAMUNITÄTSINDUCER

SYMPTOMATISCHE SCHULMEDIZINISCHE THERAPIE

sollten die Therapie ergänzen. Oft kann die Erkrankung zum Stillstand gebracht, die Virämie überwunden und der Virus im Körper zumindest isoliert werden.

Bekämpfung

Zur Ausrottung der FeLV-Infektion sind folgende Maßnahmen unbedingt erforderlich:

Alle Katzen (Jungkatzen ab einem Alter von 7-8 Wochen) sollen mittels Bluttest auf FeLV-Infektion ausgetestet werden.

Negative Tiere sind von positiven Tieren getrennt zu halten und möglichst umgehend zu impfen!

Positive Tiere sind nach 12 Wochen nochmals auszutesten: sollten diese Tiere wieder positiv im Bluttest sein, gilt eine FeLV-Infektion als erwiesen. Diese Tiere sind entweder auf Dauer einzeln zu halten (ohne Kontakt zu anderen Katzen) oder zu euthanasieren.

Alle Katzen, die an Ausstellungen teilnehmen oder vorübergehend in Tierheime gegeben werden, müßen einen negativen Bluttest vorweisen können (mit anschließender regelmäßiger FeLV-Impfung), bei ungeimpften Tieren sollte der Bluttest nicht älter als 12 Wochen sein.

Zuchttiere müßen einen negativen Bluttest (und Impfung) haben.

FeLV-Impfungen ohne vorhergehendem negativem Bluttest sind abzulehnen!

Bei Beständen oder Haushalten mit nachgewiesener FeLV-Infektion muß das Virus anschließend durch umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vernichtet werden. Es eignen sich dazu alle viruziden Desinfektionsmittel und Haushaltsreiniger, das Virus ist in der Umwelt nicht sehr beständig.

Impfung

Viele Fragen bezüglich der FeLV-impfung werden an den Tierarzt herangetragen. Im folgenden die Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um die FeLV-impfung:

Alle zur Impfung anstehenden Katzen sind mittels Bluttests auszutesten. Die FeLV-Impfung ersetzt nicht den Bluttest!

FeLV-impfungen ohne vorhergehenden Bluttest sind nicht vorzunehmen!

Negative Tiere können sofort geimpft werden (positive Tiere siehe oben).

Ungetestet geimpfte Katzen, die bereits Virusträger sind, erleiden durch die Impfung keine Verschlechterung der Krankheit, allerdings ist die Impfung wirkungslos und daher abzulehnen!

Ein wirksamer Impfschutz ist frühestens zwei Wochen nach der zweiten Impfung aufgebaut (Fristen bei anstehenden Aufenthalten in Tierheimen und Ausstellungen beachten)!

Die Impfung beeinflußt den Leukosetest nicht: auch geimpfte FeLV-freie Katzen bleiben im Bluttest negativ.

Die Katze kann durch die FeLV-Impfung nicht an Katzenleukämie erkranken, da zur Impfung keine funktionsfähigen Viren verwendet werden.

Impfreaktionen gehören durch neue Impfstoffe der Vergangenheit an.

Die Wirksamkeit der FeLV-Impfung kann in Speziallabors überprüft werden (FeLV-Antikörpernachweis: nicht für Routineuntersuchungen).

Grundsätzlich können nur Katzen, deren Immunsystem fähig ist, Antikörper gegen das FeLV zu bilden, einen Impfschutz aufbauen. Diese selbstverständlich klingende Tatsache beinhaltet aber auch im Gegenschluss die Tatsache, dass ein gewisser Prozentsatz von Impflingen keinen Impfschutz entwickelt, weil das körpereigene Immunsystem dazu nicht imstande ist. Es entsteht keine belastungsfähige Immunität und bei einer Infektion kann es zu einer Erkrankung (Impfdurchbruch) kommen. Diese Feststellung gilt selbstverständlich für alle Impfungen, sollte jedoch Erwähnung finden!

Der Impfschutz variiert mit der Art der verwendeten Vaccine: es sind mehrer Konkurrenzprodukte am Markt, die durchaus unterschiedliche Ergebnisse erzielen

 

Impfschema für die FELV-Impfung

Grundimmunisierung

FeLV-Impfung: ab der 9. Lebenswoche (auch kombiniert mit der Katzenseuche/schnupfenerstimpfung!)

FeLV-Impfung: im Abstand von drei Wochen zur Erstimpfung, ab der 12. Lebenswoche (auch kombiniert mit der Katzenseuche/schnupfenzweitimpfung!)

Jährliche Wiederholungsimpfung

Die FeLV-impfung muß ebenso wie alle anderen Katzenimpfungen jährlich aufgefrischt werden. Eine Kombination mit anderen jährlichen Katzenimpfungen ist möglich.

DIE STRUKTUR DES FELV | DAS RETROVIRUS ABC | DIE IMPFSTOFFHERSTELLUNG | DIE WIRKUNGSWEISE | DIE WIRKSAMKEIT-WIRKSAMKEITSPRÜFUNGEN | WIRKSAMKEIT IM VERGLEICH ZU ANDEREN LEUKOSEIMPFSTOFFEN | DIE VERTRÄGLICHKEIT | DIE SICHERHEIT |

 

Die Struktur des FELV

Die Virushülle besteht aus gp 70 und p15E

p45 (Proteinanteil des gp70) trägt das immunogene Epitop

p15E wirkt immunsuppressiv

p27 aus dem Nukleokapsid wird zu diagnostischen Zwecken im ELISA-Test nachgewiesen

 

Das Retrovirus ABC

Man unterscheidet 3 FeLV-Typen: FeLV A, FeLV b und FeLV c (Sarma, 1971).

FeLV A wird bei 100%, FeLV B bei 50% und FeLV C bei 1% der infizierten Katzen nachgewiesen (Jarett et al.,1978). Die Typen B und C treten grundsätzlich zusammen mit FeLV A auf (Sarma, 1973, Moraillon, 1988, Tompkins et al., 1987).

Die FeLV Typen B und C entstehen durch Rekombination des Provirus A mit einem endogenen Gen der FeLV-A infizierten Zelle (Russel et al., 1978; Overbaugh et al., 1988).

Somit sind FeLV B und C alleine nicht infektiös. Sie bedürfen der Hilfe durh FeLV A (Jarrett, 1990, Tompkins et al., 1987).

Nur in Anwesenheit von FeLV A führt die Infektion mit Typ B zur tumorösen Form der Erkrankung und die Infektion mit Typ c zu aregenerativen Anämien.

Die Impfstoffherstellung

Zur Erinnerung: die Virushülle des FeLV besteht, wie schon erwähnt, aus dem Glycoprotein gp70 und dem Protein p15E. Der Proteinanteil des gp70Typ A, das p45, ist die immunologisch wichtigste antigene Determinante des FeLV (Epitop).

In der RNS-Sequenz des FeLV A-Genoms wird das gp70 kodiert. Mittels Restriktionsenzymen (sogenannten Molekularscheren) wird die gp70-kodierende Region herausgeschnitten und in ein Plasmid (extrachromosomale DNS) in die Nähe eines thermoregulierten Promotorgens eingefügt. Das immunsuppressive p15E wird nicht mit eingefügt (wichtig, würde sonst ebenfalls reproduziert werden!).Das modifizierte Plasmid wird nun in eine E.coli-Bakterie integriert. Die rekombinanten E.coli vermehren sich in einem Fermenter bei 37 C. Durch eine Erhöhung der Temperatur auf 42 C wird das thermoregulierte Promotergen aktiviert,es erfolgt eine Transkription des künstlich einfügten gp70 und die E.coli beginnen mit der Synthese des gp70. E.coli ist nicht in der Lage zu glykolysieren:

Es wird daher das reine p45 (Proteinanteil des gp70=Epitop) synthetisiert!

In zahlreichen Reinigungs- und Konzentrationsetappen werden alle antibakteriellen Restanteile entfernt. Das reine p45 wird nun an Quil A gebunden. Dadurch erhält p45 die gleiche räumliche Struktur wie das Epitop des Virus. Letzlich wird Aluminiumhydroxid hinzugefügt.

Die Wirkungsweise

Bei der Impfung induziert das p45 die Produktion von spezifischen, neutralisierenden Antikörpern gegen FeLV A. Bei einer Infektion der geimpften Katze mit dem FeLV binden sich die Antikörper abn die gp70-Epitopen des Virus.

Es werden die Epitopen maskiert. Es kommt zur Virusneutralisation und das FeLV A kann die Zielzelle nicht mehr infizieren!

Durch die Leucogen-induzierte FeLV A-Neutralisation entstehen weder das für die Tumorbildung verantwortliche FeLV B noch das Anämie-verursachende FeLV C!

FOCMA entsteht ebenfalls nicht, da dieses Zellantigen nur von FeLV-infizierten Zellen gebildet wird.

DARUM SCHÜTZT LEUCOGEN GEGEN SÄMTLICHE KONSEQUENZEN EINER FELV-INFEKTION (IMMUNSUPPRESSION, TUMORBILDUNG, ANÄMIEN)!

 

Die Wirksamkeit - Wirksamkeitsprüfung

A. Feldbedingungen

Versuch 1 (Aubert et al., 1990): 114 Katzen (nicht virämisch) wurden zweimalig im Abstand von 3 Wochen mit Leucogen grundimmunisiert und anschließend zusammen mit FeLV-Dauerausscheidern gehalten:

100% der zu Versuchsbeginn nicht virämischen Katzen sind über 1 Jahr lang gegen Leukose geschützt!

B. Laborbedingungen

VERSUCH 1 (Clark et al., 1991, Universität von Tufts, USA) wurde an 30 SPF-Katzen durchgeführt. 20 Katzen wurden im Abstand von 3 Wochen mit Leucogen grundimmunisiert (10 Katzen dienen als Kontrolle). Die Katzen werden anschließend einem i.p. Challenge mit virulentem FeLV (künstliche intraperitoneale Infektion) ausgesetzt:

85% der geimpften Katzen sind nach einem i.p. Challenge mit virulentem FeLV gegen Leukose geschützt!

70% der Kontrolltiere werden virämisch (im Vergleich dazu werden unter Feldbedingungen lediglich 30% der infizierten Katzen persistent virämisch: das heißt also das die i.p. Challenge durch direkten Kontakt des FeLV mit dem lymphozytären System eine wesentlich stärkere und aggressivere Verlaufsform der Leukose als unter Feldbedingungen erzeugt-trotzdem waren 85% der geimpften Katzen geschützt!).

Derselbe Versuch (VERSUCH 2) wurde von Gärtner et al. 1988 auf der Medizinischen Hochschule Hannover mit 18 SPF-Katzen durchgeführt (10 Katzen geimpft, 8 Katzen zur Kontrolle):

90% der geimpften Katzen sind nach einem i.p. Challenge mit virulentem FeLV gegen Leukose geschützt!

50% der Kontrolltiere werden virämisch (im Vergleich dazu werden unter Feldbedingungen lediglich 30% der infizierten Katzen persistent virämisch).

Derselbe Versuch (VERSUCH 3) wurde von Aubert et al. 1990 an den Virbac Laboratories an 25 SPF-Katzen durchgeführt (16 Katzen geimpft, 9 Katzen zur Kontrolle):

82% der geimpften Katzen sind nach einem i.p. Challenge mit virulentem FeLV gegen Leukose geschützt!

67% der Kontrolltiere werden virämisch (im Vergleich dazu werden unter Feldbedingungen lediglich 30% der infizierten Katzen persistent virämisch).

Derselbe Versuch (VERSUCH 4) wurde von Lutz et al. 1991 an der Universität Zürich an 30 SPF-Katzen durchgeführt (18 Katzen geimpft, 12 Katzen zur Kontrolle):

94% der geimpften Katzen sind nach einem i.p. Challenge mit virulentem FeLV gegen Leukose geschützt!

83% der Kontrolltiere werden virämisch (im Vergleich dazu werden unter Feldbedingungen lediglich 30% der infizierten Katzen persistent virämisch).

In Abänderung der vorhergehenden Versuchsanordnung wurden beim VERSUCH 5 von Lutz et al. 1991 an der Universität Zürich alle Tiere (18 Katzen) 23 Wochen vor der zweimaligen Leucogen Grundimmunisierung der Impflinge mit FIV infiziert. 9 Katzen (ebenfalls FIV infiziert) blieben ungeimpft:

100% der mit FIV infizierten, später geimpften Katzen waren nach einem i.p. Challenge mit virulentem FeLV gegen Leukose geschützt!

 

Zurück
Zurück
Zurück
Zurück
Zurück
Zurück
Zurück
Zurück
Zurück
Zurück